Marktbericht: Börse Frankfurt
Dax rutscht unter die 5 500-Punkte-Marke

Gewinnmitnahmen drücken den Dax deutlich ins Minus. Bis zum Börsenschluss verliert der Index knapp ein Prozent. US-Konjunkturdaten belasten die Kurse. Bei Einzelwerten gibt es viel Bewegung. Im Fokus der Anleger: K+S, SAP und der Brillenhersteller Fielmann.

HB FRANKFURT. Nach dem jüngsten Höhenflug haben die Kurse am deutschen Aktienmarkt am Donnerstag nachgegeben. "Da wollten offenbar einige Anleger auf Nummer sicher gehen und hier und da Kasse machen", sagte ein Börsianer. Auslöser sei eine leichte Enttäuschung bei den wöchentlichen US-Arbeitsmarktdaten gewesen, sagten Händler. Bei insgesamt dünnen Umsätzen fiel der Leitindex Dax um 0,94 Prozent auf 5 470 Zähler, nachdem er bereits am Vortag um rund 0,6 Prozent nachgegeben hatte. Der Aktienumsatz aller Dax-Werte fiel auf 72,1 (Mittwoch: 81) Millionen Stück. Das Umsatzvolumen verringerte sich auf 2,22 (2,5) Milliarden Euro. Der MDax büßte 1,17 Prozent auf 6 727 Punkte ein. Der TecDax sank um 0,85 Prozent auf 697 Punkte.

"Im Grunde war es bereits überraschend, dass sich der Dax in der vergangenen Zeit so stabil im Plus gezeigt hat, und das, trotz der hohen Preise für Anleihen und der fallenden Ölpreise", sagte Händler Thomas Stengl von der Postbank und sprach daher nun von Gewinnmitnahmen. Marktstratege Christian Schmidt von der Helaba urteilte: "Der Dax hat momentan nicht die nötige Kraft, die massive Widerstandsmarke bei 5 580 Punkten zu überwinden", da schon vieles eingepreist sei.

"Die positiven Unternehmensbilanzen und Konjunkturdaten sind inzwischen eingepreist", sagte ein Börsianer. "Um weiter zu steigen, bräuchte der Markt weitere und diesmal exorbitant gute Zahlen. Da die aber nicht in Sicht sind, nehmen die Leute erst einmal Gewinne mit." Der Dax hatte in den vergangenen Wochen zeitweise 1 000 Punkte zugelegt.

Frische Impulse erhofften sich Investoren aus den USA. Leider vergeblich. Das US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank im zweiten Quartal mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 1,0 Prozent. Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang von 1,5 Prozent gerechnet. Die BIP-Zahlen "waren eine kleine Überraschung, aber alles in allem wird das den Markt nicht sehr stark bewegen", sagte Investment-Stratege Max Bublitz. Ähnlich sehe es bei den Erstanträgen aus, die bereits eingepreist seien. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ging in der Woche zum 22. August auf 570 000 Menschen zurück, Analysten hatten im Schnitt mit 565 000 Erstanträgen gerechnet.

Unternehmensnachrichten waren weiter dünn gesät und so reagierten Anleger vor allem stark auf Analystenstudien zu Einzelwerten. Ein kritischer Kommentar des US-Bankhauses Bank of America/Merrill Lynch und eine Abstufung der Kreditwürdigkeit durch die renommierte Rating-Agentur S&P ließen die Anteilsscheine von K+S an das Dax-Ende fallen, wo sie 5,42 Prozent auf 36,27 Euro verloren. Die Kurszielsenkung des Merrill-Lynch-Analyst Andrew Stott von 39 auf 38 Euro fiel zwar moderat aus, doch hatte dieser zugleich geschrieben, dass die Bilanz des Düngemittelherstellers womöglich aufgebessert werden müsste.

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