Marktbericht: Börse Frankfurt
Dax schließt auf Sechs-Jahres-Tief

Der Dax hat nach zwei herben Verlusttagen in Folge erneut in negativem Terrain geschlossen und am Dienstag den Handel so tief wie seit Oktober 2003 nicht mehr beendet. Erneut drückte die schwache Wall Street auf die Kurse. „Es gibt keine klare Tendenz und man weiß morgens nicht, was abends passiert“, sagte ein Börsianer. Die Nervosität der Anleger sei hoch, der Umsatz gering.

HB FRANKFURT. Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag weiter nachgegeben. Der Dax beendete den Handel 0,5 Prozent tiefer bei 3 690 Punkten, der MDax verlor 1,87 Prozent auf 4 357,95 Punkte. Für den TecDax ging es um 0,83 Prozent auf 419,97 Zähler nach unten. Händler verwiesen als Belastung vor allem auf enttäuschende Konjunkturdaten. So ist in den USA die Zahl der noch nicht abgeschlossenen Hausverkäufe im Januar überraschend stark gesunken. Zudem forderte der oberste amerikanische Währungshüter, US-Notenbankchef Ben Bernanke, von der Regierung energische Maßnahmen, um die Wirtschaft aus der sich verschärfenden Rezession zu ziehen, auch wenn die Staatsverschuldung dadurch noch weiter steigen sollte. Laut Marktanalyst Roland Ziegler von BHF Capital Management dämpften Gewinne bei den Automobilaktien die Verluste im Dax.

Größter Gewinner im Leitindex waren die Aktien von Daimler mit einem Aufschlag von 2,5 Prozent auf 17,87 Euro. Die Verliererliste führten die Aktien der Commerzbank mit einem Minus von 7,1 Prozent auf 2,40 Euro an.

Das Handelsvolumen im Dax fiel auf 138 (Montag: 153) Mio. Aktien. Der Umsatz belief sich auf 2,7 (2,9) Mrd. Euro. Gestern war der deutsche Leitindex belastet von negativen Nachrichten aus der Finanzbranche auf das tiefste Niveau seit 2003 gefallen.

Die US-Börsen verzeichneten bei Handelsschluss in Europa ein leichtes Minus. Der Dow-Jones-Index fiel um 0,2 Prozent auf 6750 Zähler. Der Nasdaq-Composite lag 0,1 Prozent tiefer bei 1321 Stellen.

„Es ist wie ein Münzwurf“

Aktienhändler verwiesen außerdem auf Unsicherheiten, ob die weltweit geschnürten Hilfspakete tatsächlich die negativen Auswirkungen der Wirtschaftskrise abschwächen können. "Es ist wie ein Münzwurf. Es kann sein, dass sich der Markt stabilisiert, es kann aber auch sein, dass es für die Kurse wieder weiter runter geht. Es gibt keine klare Tendenz und man weiß morgens nicht, was abends passiert. Wir müssen aus dieser Vertrauenskrise raus", sagte Kapitalmarktexperte Rober Halver von der Baader Bank. "Der Markt sieht keine Fortschritte bei der Bewältigung der Vertrauenskrise. Die Bankenprobleme bleiben uns erhalten wie der Kaugummi am Schuh."

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