Marktbericht: Börse Frankfurt
Dax schließt im Plus

Im Schlepptau der Wall Street hat der Dax seine anfänglichen Verluste wettgemacht und im Plus geschlossen. Dennoch bleibt Unsicherheit groß. Investoren fragen sich, wie der US-Rettungsplan für die angeschlagene Bankenbranche funktionieren soll. So lange Details nicht bekannt sind, halten sie sich zurück. Besser als der Duchschnitt entwickelten sich Stahlwerte.

HB FRANKFURT. Der Dax notierte zum Schluss 0,5 Prozent höher bei 4 530 Punkten. Für den MDax der mittelgroßen Werte zeigten die Kurstafeln indes ein Minus von 0,5 Prozent auf 5 242 Punkte an. Der TecDax gewann 0,5 Prozent auf 498 Punkte.

Die Umsätze blieben erneut dünn. Im Dax wechselten 107 (Vortag: 145) Millionen Aktien den Besitzer. Das Volumen schrumpfte auf 2,35 (3,139) Milliarden Euro. Anleger hätten sich bereits im Vorgriff auf den Bankenrettungsplan von US-Finanzminister Timothy Geithner eingedeckt und sähen nun keine Impulse mehr, sagte ein Händler.

Einige Börsianer äußerten sich sogar schwer enttäuscht über Geithners Pläne, die als zu unkonkret kritisiert wurden. "Es bleibt eine große Portion Unsicherheit", sagte Commerzbank-Volkswirt Peter Dixon. Marktexperte David Buik von Cantor Index in London sagte, Investoren verlangten nach näheren Informationen über die geplante Einrichtung einer "Bad Bank", die Banken faule Wertpapiere abnehmen soll: "Sie wollen wissen, wie das funktionieren soll. Es muss einfach genau erklärt werden."

Die US-Börsen erholten sich von ihren herben Vortagesverlusten. Der Dow Jones stieg zuletzt um 0,7 Prozent auf 7 946 Punkte. Der S&P 500 gewann ebenfalls 0,8 Prozent.

Eine uneinheitliche Entwicklung nahmen die Finanzwerte. Commerzbank-Aktien gaben als einer der größten Verlierer im Dax um 2,65 Prozent auf 3,680 Euro nach. Dagegen verteuerten sich Papiere der Deutschen Bank um moderate 0,11 Prozent auf 22,215 Euro. Die relative Stärke erklärte ein Analyst damit, dass der deutsche Branchenprimus bereits im vierten Quartal sein Risikopotenzial deutlich reduziert habe.

Anteilsscheine der Deutschen Börse mussten Kursverluste von 1,49 Prozent auf 38,35 Euro hinnehmen. Für Wirbel sorgte hier ein Pressebericht, demzufolge Bundesfinanzminister Peer Steinbrück im SPD-Wahlprogramm die erneute Einführung einer Börsenumsatzsteuer festschreiben will. Steinbrück habe die Steuer auf Börsengeschäfte nach britischem Modell bereits mit SPD-Chef Franz Müntefering besprochen, berichtet die "Rheinische Post" ohne Quellenangabe. "Eine solche Steuer würde die Handelsaktivitäten deutlich senken", sagte ein Händler.

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