Marktbericht: Börse Frankfurt
Dax schließt mit dickem Minus

Erst der Schock durch die Deutsche Bank, dann auch noch schwache US-Konjunkturdaten: Der Dax rutschte am Mittwoch zeitweise sogar unter 4 400 Punkte. "Die Stimmung am Markt ist vollständig gekippt und die Nervosität ist hoch", sagt ein Aktienhändler.

HB FRANKFURT. Ein Milliardenverlust der Deutschen Bank hat an den europäischen Börsen am Mittwoch Schockwellen ausgelöst. "Die Zahlen der Deutschen Bank waren ein Paukenschlag", erklärte NordLB-Händler Matthias Melms. "Dass die Deutsche Bank so schlecht abgeschlossen hat, ist schon beängstigend." An den Aktienmärkten kam daraufhin Angst vor weiteren Schreckensmeldungen aus der Branche hoch und drückte die Kurse einiger Finanzwerte um mehr als zehn Prozent. Der Dax fiel um 4,6 Prozent auf 4 422 Punkte. Dazu trübte ein verhaltener Ausblick von Siemens die Stimmung und Umsatzzahlen des US-Einzelhandels fielen unerwartet schlecht aus.

Das Handelsvolumen im Dax stieg auf 205 (Vortag 146) Millionen Aktien. Der Umsatz belief sich auf 4,5 (3,3) Milliarden Euro.

An den US-Börsen notierte der Dow-Jones-Index zum Handelsschluss in Europa drei Prozent im Minus, der Nasdaq-Composite lag ebenfalls drei Prozent niedriger. Das Fass (159 Liter) US-Leichtöl der Sorte WTI kostete mit 36,28 Dollar fast vier Prozent weniger als am Vorabend.

Die Aktien der Postbank brachen nach der Einigung von Deutscher Bank und Deutscher Post über die neuen Bedingungen einer Übernahme um 17,42 Prozent auf 11,85 Euro ein und markierten zeitweise ein neues Rekordtief. In einem ersten Schritt wird die Deutsche Bank einen Anteil von 22,9 Prozent an der Postbank erwerben. Zeitgleich zeichnet die Deutsche Bank eine Pflichtumtauschanleihe über weitere 27,4 Prozent der Postbank-Aktien: Das heißt, sie zahlt die Anteile zum Zeitpunkt des Closings, erhält sie aber erst nach Ablauf von drei Jahren, wenn die Anleihe in Postbank-Aktien getauscht wird. "Damit ist die Fantasie auf eine schnelle Übernahme und ein Pflichtangebot an die freien Aktionäre raus", kommentierte ein Händler. Die Aktien der Post gaben 2,47 Prozent auf 9,495 Euro nach.

Die Titel der Deutschen Bank sackten um 9,00 Prozent auf 22,085 Euro ab. Die Bank rutschte durch einen Verlust im vierten Quartal in Höhe von 4,8 Milliarden Euro auch im Gesamtjahr tief in die roten Zahlen. Für 2008 geht das Institut nach vorläufigen Berechnungen von einem Verlust nach Steuern von 3,9 Milliarden Euro aus. "Die Eckdaten sind eine herbe Enttäuschung, der Fehlbetrag ist deutlich höher ausgefallen als erwartet", sagte Analyst Sebastian Reuter vom Bankhaus Hauck & Aufhäuser. Ein Aktienhändler formulierte: "Es ist unglaublich, wie lange hier gute Miene zum bösen Spiel gemacht wurde. Das Vertrauen dürfte nun gänzlich weg sein. Am Markt hat ja eigentlich schon jeder mit schlechten Zahlen gerechnet, aber zuvor immer wieder die Gemüter zu kühlen, grenzt fast an Frechheit." Im Sog der negativen Nachrichten fielen die Aktien der Commerzbank um 9,15 Prozent auf 3,920 Euro.

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