Marktbericht: Börse Frankfurt
Dax schließt mit Verlusten

Die Furcht vor einer tiefen Rezession in Osteuropa hat den Aktienmarkt erneut belastet. Mit Erleichterung wurde dagegen die besser als erwartet ausgefallene Bilanz der Commerzbank aufgenommen.

HB FRANKFURT. Der Dax beendete den Handel 0,3 Prozent tiefer bei 4205 Punkten. Der Europa-Index Stoxx50 notierte nahezu unverändert bei 1 889 Stellen. Nach Kursgewinnen an der Wall Street hatten die europäischen Aktienmärkte ihre Verluste abgebaut.

"Die Nachrichten zu Osteuropa bringen eine neue Qualität in die ganze Krisendiskussion", sagte ein Händler. Ein Auslöser der aktuellen Sorgen war eine Studie der Ratingagentur Moody's, wonach die Rezession in den osteuropäischen Ländern heftiger ausfallen dürfte als in anderen Regionen. "Durch die Diskussion kommt auch die Furcht wieder auf, dass eines der südeuropäischen Länder umfallen könnte", sagte ein anderer Händler.

Die Osteuropa-Sorgen drückten wie am Vortag die Metro-Aktien tief ins Minus. Die Titel waren mit einem Abschlag von 4,7 Prozent schwächster Dax-Wert. "Metro war in der Vergangenheit mit Media/Saturn in Osteuropa sehr präsent", sagte ein Börsianer. "Jetzt wird befürchtet, dass ihnen das Geschäft dort wegbrechen könnte."

Unter Druck standen zudem die Aktien der italienischen Großbank UniCredit, die in mehreren osteuropäischen Ländern Töchter besitzt. Die Titel der HVB-Mutter fielen in Mailand um 6,5 Prozent. Größter Verlierer im Stoxx50 waren die Aktien der Royal Bank of Scotland mit einem Minus von gut zwölf Prozent. Händlern zufolge wurden die Titel von einem Zeitungsbericht belastet, wonach das Institut weiteren Kapitalbedarf hat.

Die Commerzbank hatte für 2008 einen kleinen Gewinn ausgewiesen und damit viele Analysten überrascht. "Die Zahlen waren nicht ganz so schlimm wie erwartet", brachte ein Händler die Erleichterung auf den Punkt. Die Titel des zweitgrößten deutschen Geldinstituts setzten sich mit einem Plus von 6,7 Prozent an die Dax-Spitze. Analysten hoben allerdings hervor, dass sich die Bank nicht zur Quartalsentwicklung bei der neuen Tochter Dresdner Bank geäußert hat.

Bei den Nebenwerten im MDax setzten die Aktien der Hypo Real Estate (HRE) nach Aussagen von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück zum Höhenflug an. Seinen Worten zufolge sieht die Bundesregierung auch ein Übernahmeangebot als einen Weg zur Kontrolle der angeschlagenen Immobilienbank durch den Staat. "Die Aussagen lassen Hoffnung aufkommen, dass die Aktionäre anders als bei einer Enteignung doch nicht leer ausgehen. Das hat kurzfristig orientierte Anleger ins Papier getrieben", sagte ein Händler. Die HRE-Papiere schossen um 47 Prozent auf 1,63 Euro nach oben.

In Paris stiegen die Aktien der Großbank Societe Generale um 2,7 Prozent. "Das Institut hat im vierten Quartal schwarze Zahlen geschrieben. Das ist besser als vieles, was wir zuletzt von den Banken gehört haben", sagte ein Händler.

Die Gewinne an den US-Börsen führten Marktteilnehmer auch auf Schnäppchenjäger zurück. Allerdings stieß Händlern zufolge das Hypothekenprogramm auf Skepsis, das US-Präsident Barack Obama am Abend offiziell vorstellen wollte. Die Aktien des Continental-Konkurrenten Goodyear gaben 0,5 Prozent nach. Der größte US-Reifenhersteller ist im vierten Quartal tiefer als erwartet in die roten Zahlen gerutscht. Gefragt waren an der Wall Street dagegen Technologietitel wie Google und Apple mit Aufschlägen von 1,8 beziehungsweise 0,8 Prozent.

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