Marktbericht: Börse Frankfurt
Dax schließt nach Achterbahnfahrt im Minus

Offenbar fiel die Zinssenkung der EZB weniger deutlich aus, als mancher erwartet hatte. Denn im Anschluss an die Entscheidung büßte der Dax sämtliche frühen Gewinne ein. Zum Schluss lag er knapp im Minus. Thema auf dem Börsenparkett waren auch die Veränderungen in den großen Indizes.

HB FRANKFURT. Selbst mit der höchsten Zinssenkung seit der Einführung des Euro vor zehn Jahren hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Anleger nicht zurück an den deutschen Aktienmarkt gelockt. Der Dax schloss nach einem umsatzarmen Handel am Donnerstag mit 4 564 Punkten rund 0,1 Prozent unter dem Vortagesschluss. Dabei wurden auf Xetra 186 (Mittwoch: 242) Mio. Dax-Aktien umgesetzt; der Umsatz betrug 3,9 (3,5) Mrd. Euro.

Die EZB hatte den Leitzins um 75 Basispunkte auf 2,5 Prozent reduziert. Das sei „mehr als von den meisten Analysten erwartet, aber weniger als vom Markt erhofft“, sagte Marktstratege Kornelius Purps von Unicredit. Der Dax ging danach zunächst auf Talfahrt. Doch die Erkenntnis, dass diese Zinssenkung nicht die letzte gewesen sein dürfte, habe den Markt letztlich gestützt, sagte Mirko Pillep von der Helaba.

Die Aktien an der Wall Street zeigten sich überraschend widerstandsfähig. Trotz skeptischer Ausblicke einiger großer US-Konzerne und schwacher Konjunkturdaten notierte der Dow-Jones-Index zu Handelsschluss in Europa 0,1 Prozent im Plus. Der Nasdaq-Composite verzeichnete ein Plus von 0,3 Prozent.

Zu den stärksten Gewinnern zählten zyklische Titel wie Stahlwerte. So legten ThyssenKrupp um 2,25 Prozent auf 15,88 Euro zu. Händler verwiesen neben einer allgemeinen Erholung des gesamten Sektors auf eine positive Studie vom Vortag für Thyssen. Goldman Sachs hatte die Titel des Stahlherstellers auf „Buy“ hochgestuft - das wirke nach. Kapitalmarktexperte Robert Halver von der Baader Bank richtet zudem den Blick auf Amerika - dort werde im kommenden Jahr die größte Konjunkturoffensive losgetreten, die das Land je gesehen habe. Viele setzten nun darauf, dass dann Zykliker wie Thyssen bei einer Markterholung ganz vorne mit dabei seien. Salzgitter profitierten insbesondere von der bevorstehenden Aufnahme in den Dax und zogen um 4,19 Prozent auf 51,42 Euro an.

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