Marktbericht: Börse Frankfurt
Dax schließt tief im Minus

Die Anleger trauen dem Aktienboom der letzten Tage nicht mehr und machen Kasse. Der Dax verliert mehr als hundert Punkte. Ein Teil davon geht auf das Konto der VW-Aktie. Das Papier von Europas größtem Autohersteller rauscht in die Tiefe und zieht den Index mit sich.

HB FRANKFURT. Nach dem Auslaufen der Bilanzsaison haben einige Anleger am Montag am Aktienmarkt Kasse gemacht. Der Dax gab zwei Prozent auf 5 201 Punkte nach und fiel damit auf das Niveau von Ende Juli zurück. Auch die Nebenwerte im MDax und TecDax verloren je etwas 2,4 Prozent.

Das Handelsvolumen im Dax stieg leicht auf 91 (Freitag 85) Mio. Aktien. Der Umsatz belief sich auf 2,7 (2,7) Mrd. Euro. "Die Marktteilnehmer sind sehr nervös und sichern sich verstärkt ab", sagte ein Aktienhändler.

An den US-Börsen notierte zum Handelsschluss in Europa der Dow-Jones-Index 1,8 Prozent im Minus bei 9145 Punkten, während der S&P500 mit 982 Punkten 2,1 Prozent niedriger notierte. Der Nasdaq-Composite lag mit 1936 Zählern 2,5 Prozent niedriger.

Die im Dax notierten Stammaktien von Volkswagen (VW) sackten mit minus 9,9 Prozent auf 171,82 Euro ans Indexende. "Viele Kursziele liegen zwischen 100 und 150 Euro", sagte ein Händler. "Die Tatsache, dass die Titel monatelang deutlich über 200 Euro gehandelt wurden, ist nur auf die Beteiligungsstruktur zurückzuführen." Ein zweiter Händler sagte: "Die Stammaktien sind dreimal so teuer wie die Vorzüge, auf dem Niveau findet sich kein Käufer mehr." Schließlich sei VW kein potenzielles Übernahmeobjekt mehr. Ein weiterer Händler verwies zudem auf die am Markt erwartete Ersetzung der Stammaktien durch die Vorzüge im Dax. VW-Vorzüge legten um 1,1 Prozent auf 57,24 Euro zu.

Die Vorzüge von Porsche stemmten sich mit plus 3,1 Prozent auf 49,98 Euro erfolgreich gegen den negativen Markttrend. Händler verwiesen vor allem auf einen positiven Analystenkommentar, in dessen Kielwasser die Papiere des Sportwagenbauers an ihre jüngste Erholung anknüpften. So hob Goldman Sachs das Kursziel von 62,00 auf 94,00 Euro an und ließ die Einstufung auf "Buy". Eine Investition in Porsche-Aktien sei der attraktivste Weg, um von dem geplanten Zusammenschluss mit Volkswagen zu profitieren, schrieb Analyst Stefan Burgstaller.

Bankaktien wie Titel der Commerzbank und der Postbank kamen unter Druck. Die Papiere der Commerzbank verloren mit 1,9 Prozent auf 5,82 Euro am deutlichsten. Bundesbankpräsident Axel Weber hatte in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" gesagt, er sehe die deutschen Banken und Sparkassen noch nicht über den Berg. "Ich warne davor, das Ende der Finanzkrise zu früh auszurufen". Ein Aktienhändler sagte, der jüngste Kursanstieg suggeriere eine übliche Erholung - diese könne vor dem Hintergrund der mit Schulden finanzierten Konjunkturprogramme aber ausgeschlossen werden.

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