Marktbericht: Börse Frankfurt: Dax schließt über 4 500 Punkten

Marktbericht: Börse Frankfurt
Dax schließt über 4 500 Punkten

Der Dax hat am Mittwoch deutlich zugelegt und die Verluste seit Mitte Januar wieder ausgebügelt. Die Aussicht auf die baldige Gründung einer sogenannten "Bad Bank" in den USA ließ die Investoren vor allem bei Finanzaktien zugreifen. Alleine die Deutsche Bank legte mehr als zwanzig Prozent zu.

HB FRANKFURT. Die Aussicht auf die Errichtung einer "Bad Bank" in den USA hat am Mittwoch Anlegern auch in Europa Mut gemacht. Eine Erholungsrally der Finanzwerte und die gute Aufnahme der Bilanzdaten von SAP trieben den Dax um 4,5 Prozent auf 4 518 Zähler in die Höhe. Damit hat der Dax die Verluste seit Mitte Januar wieder ausgebügelt.

Das Handelsvolumen im Dax stieg auf 172 (Vortag 128) Millionen Aktien. Der Umsatz belief sich auf 3,7 (2,6) Milliarden Euro. Dies lag allerdings weiter unter dem Durchschnitt der vergangenen drei Monate.

An den US-Börsen notierte zum Handelsschluss in Europa der Dow-Jones-Index 1,6 Prozent im Plus, der Nasdaq-Composite lag sogar 2,8 Prozent höher. Das Fass (159 Liter) US-Leichtöl der Sorte WTI kostete mit 41,10 Dollar etwa ein Prozent niedriger als am Vorabend.

Im Fokus stand zudem die turnusmäßige Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank Fed, deren Entscheidung aber erst nach Handelsschluss in Europa veröffentlicht werden sollten. Die Zinsen in den USA liegen schon seit Dezember nahe null, so dass die Notenbank hier kaum mehr Spielraum hat. "Damit stehen wohl ab jetzt noch mehr die Anstrengungen der Fed im Fokus, mit sogenannten unkonventionellen Maßnahmen die Krise zu bekämpfen", stellt HSBC-Trinkaus-Analyst Rainer Sartoris fest. Ebenfalls am Mittwoch will das Repräsentantenhaus über ein neues Konjunkturpaket im Volumen von 825 Milliarden Dollar beraten.

In Frankfurt führten die Aktien der Deutschen Bank mit einem Plus von zeitweise 22 Prozent die Gewinnerliste an. Händler führten dies auch auf Spekulationen über einen guten Start in das neue Jahr sowie charttechnische Kaufsignale zurück. "Nachdem die Aktie angeschoben war, wurde sie zum Selbstläufer", erklärte ein Börsianer. Über 21 Euro sei ein Kaufsignal ausgelöst worden, erklärte ein anderer.

Commerzbank-Titel legten um 18 Prozent zu, die Postbank 15 Prozent. Allianz stiegen um 9,5 Prozent. Im Nebenwerte-Index MDax lagen die Titel von Aareal Bank mit einem Plus von fast 18 Prozent ganz vorne. Die Aktien der Hypo Real Estate stiegen um 5,6 Prozent. Der angeschlagene Immobilienfinanzierer wird womöglich bald vom Bund ganz oder mehrheitlich übernommen. Am Freitag entscheidet nach Aussagen aus Finanz- und Koalitionskreisen voraussichtlich der Lenkungsausschuss des Banken-Rettungsfonds SoFFin über den Umfang der Staatsbeteiligung.

Angesichts der Hoffnungen auf eine Ankurbelung der Konjunktur standen am Mittwoch auch die Aktien von konjunkturabhängigen Unternehmen wieder höher im Kurs. So zogen die Autowerte kräftig an: Daimler gewannen 6,6 Prozent, MAN neun Prozent, BMW gut zwei Prozent. Auch Stahlwerte waren gesucht, so dass ThyssenKrupp um 5,2 Prozent und Salzgitter um 8,8 Prozent zulegten.

Mit Aktienkäufen reagierten die Anleger auf die Bilanz von Deutschlands größtem Softwarehaus SAP. "Das ist insgesamt zwar schwer einzuschätzen, aber bislang nimmt der Markt die Nachrichten positiv auf", begründete ein Händler das Plus von gut fünf Prozent. "Die vorläufigen Q4-Zahlen von SAP liegen dank Kosteneinsparungen über unseren und den Erwartungen des Marktes", erklärte LBBW-Analyst Stephan Wittwer. SAP plant den Abbau von weltweit mehr als 3 000 der 51 500 Stellen.

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