Marktbericht: Börse Frankfurt
Dax schließt unter 4 000 Punkten

Die stürmische Erholung des Dax ist vorerst gestoppt worden. Anleger nutzen die Gelegenheit, um Kasse zu machen. Zwar fielen sowohl deutsche Konjunkturdaten als auch neue Daten vom US-Immobilienmarkt etwas besser als erwartet aus, doch blieb die Stimmung gedrückt.

HB FRANKFURT. Nach den Kursgewinnen der vorangegangenen Tage haben die Anleger an den europäischen Aktienmärkten am Dienstag Kasse gemacht. Der Dax rutschte um 1,4 Prozent auf 3 987 Zähler. Das Handelsvolumen im Dax lag bei 131 (Vortag 137) Mio. Aktien. Der Umsatz belief sich auf 2,9 (2,7) Mrd. Euro.

An den US-Börsen hatte sich bis zum Handelsschluss in Europa eine leicht positive Tendenz herausgebildet. Während der Dow-Jones-Index 0,7 Prozent im Plus lag, notierte der S&P500 gut ein Prozent höher und der Nasdaq-Composite sogar 1,7 Prozent.

Die schwachen Umsätze der vergangenen Tage hätten Zweifel an der Nachhaltigkeit der Aufwärtsbewegung aufkommen lassen, warnte Helaba-Analyst Christian Schmidt. Bei geringen Umsätzen seien schnell größere Kursbewegungen möglich. Dabei spiele auch der große Verfallstermin am Freitag ein Rolle, in dessen Vorfeld Anleger Positionen auflösen müssten. Der überraschende Anstieg des ZEW-Index, der die Konjunkturerwartungen von Börsianern misst, habe den Dax nur vorübergehend gestützt. Auch der überraschende Anstieg der Baubeginne von Wohnhäusern im Februar in den USA stützte die Kurse nur leicht.

Bayer-Titel büßten nach Nachrichten über das Thrombose-Medikament "Xarelto" am DAX-Ende 10,34 Prozent auf 32,69 Euro ein. Zudem senkte die Ratingagentur S&P ihren Kreditwürdigkeitsausblick für das Unternehmen von "Stable" auf "Negative". Ein Analyst hob hervor, die US-Gesundheitsbehörde FDA habe noch keine Entscheidung über die Zulassung des Mittels getroffen. Es seien lediglich Daten vorgelegt worden, auf deren Basis der Ausschuss der Behörde dann seine Zulassungsentscheidung fällen soll. Es seien bislang nur die Kommentare über ein erhöhtes Risiko für Blutungen kolportiert worden, kein Wort jedoch über die zahlreichen Leben, die Xarelto voraussichtlich retten kann, so der Experte. Er erwarte vom FDA-Ausschuss eine ausgewogenere Diskussion am Donnerstag. Seiner Einschätzung nach dürfte die FDA dem Mittel grünes Licht erteilen.

Die Titel von Daimler gehörten mit einem Minus von 3,09 Prozent auf 21,335 Euro ebenfalls zu den größten Verlierern im Leitindex. "Die Aktie hat sich gestern im weiter volatilen Markt vergleichsweise besser als die von BMW und Volkswagen (VW) entwickelt - heute ist es umgekehrt", sagte Analyst Marc-Rene Tonn von M.M.Warburg. Dass der Autobauer für eine geplante dreijährige Anleihe einen Zinssatz 550 Basispunkte über dem Midswap-Satz zahlen will, könne am Rande ebenfalls eine Rolle spielen, da dies ein hoher Aufschlag sei. Der Midswap-Satz ist eine Orientierungsgröße für Unternehmensanleihen und bezeichnet die Kosten des Tauschs zwischen variabel und fest verzinslichen Zahlungen für Unternehmen mit der besten Bewertung.

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