Marktbericht: Börse Frankfurt
Dax: Später Kurssturz lässt Böses ahnen

Verunsicherte Anleger haben die europäischen Aktienmärkte am Donnerstag erneut auf Talfahrt geschickt. Der Dax fiel nach anfänglichen Gewinnen auf ein Drei-Jahres-Tief von 4 803 Punkten und beendete den Xetra-Handel 2,5 Prozent im Minus bei 4 887 Punkten.

HB FRANKFURT. Der EuroStoxx50 der größten Börsengesellschaften aus der Euro-Zone gab 3,3 Prozent auf 2 605 Zähler nach. Auch an der Wall Street hielten sich die Indizes nur kurz im Plus. Dow Jones und Nasdaq notierten bei Börsenschluss in Deutschland tiefer bei 9 152 beziehungsweise 1 739 Stellen.

„Der entscheidende Punkt ist, dass das Vertrauen in das Finanzsystem als solches verloren gegangen ist“, sagte ein Händler. „Darum sind die Zinssenkungen der großen Zentralbanken von gestern auch verpufft. Vielleicht wäre es keine schlechte Idee, wie in Russland und Island auch bei uns die Börse für ein paar Tage dicht zu machen. Dann könnten alle etwas zur Ruhe kommen.“ Ein anderer Börsianer argumentierte ähnlich. „Wir brauchen ein paar ruhige Tage ohne neue Hiobsbotschaften, bevor sich das Geschäft wieder erholt. Denn es gibt durchaus Anleger, die gerne einsteigen wollen. Aber sie trauen sich nicht.“

Eon bremst den Markt

In der Finanzbranche sorgte die Aussicht auf staatliche Beteiligungen an strauchelnden Instituten für Beruhigung. Die USA erwägen dem britischen Vorbild folgende Schritte. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück zufolge besteht hierfür in Deutschland derzeit kein Bedarf. Er schloss Verstaatlichungen aber auch nicht aus.

Im Dax gehörten die Aktien der Hypo Real Estate und der Commerzbank zu den größten Gewinnern. Sie verteuerten sich um sieben Prozent auf 4,41 Euro beziehungsweise um acht Prozent auf 10,755 Euro. Allerdings hatten sie in den vergangenen Tagen auch am stärksten Federn lassen müssen.

Zu den Favoriten am deutschen Aktienmarkt zählten außerdem die Aktien von K+S. Sie profitierten Börsianern von einem optimistischen Ausblick des Saatgut-Produzenten Monsanto. K+S selbst blickte dagegen eher zurückhaltend in die Zukunft und bremste damit den Anstieg der eigenen Aktie, die dennoch 3,3 Prozent im Plus bei 38,78 Euro schloss.

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