Marktbericht Börse Frankfurt
Dax trotzt Konjunktursorgen

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben die wachsende Angst vor einer Rezession am Dienstag beiseite geschoben. Der Dax trotzte einem unerwartet schwachen Ifo-Geschäftsklimaindex, nachdem ein überraschend starkes US-Verbrauchvertrauen die negative Stimmung aufgehellt hatte.

HB FRANKFURT. Der Dax drehte nach den Daten ins Plus und schloß 0,7 Prozent fester bei 6340,52 Punkten. Der europäische Stoxx50 gewann 0,2 Prozent auf 2861 Zähler. „Vielleicht hoffen da nun einige auf die Wende in den USA“, sagte Oliver Not, Analyst bei HSBC Trinkaus. „Ich wäre da aber vorsichtig und würde das nicht überbewerten“, fügte er hinzu.

Ganz oben in der Gunst der Anleger standen erneut die Papiere der Allianz. Einem Magazinbericht zufolge soll deren Sorgenkind Dresdner Bank in zwei Tranchen von der Commerzbank übernommen werden. Allianz-Aktien gewannen 2,1 Prozent, für die Commerzbank ging es rund ein Prozent abwärts.

Die Aktien des Stahlherstellers ThyssenKrupp verloren rund 0,2 Prozent. Zwar kam der Verkauf von Teilen der Dienstleistungssparte bei Analysten zunächst gut an. „Aber es ist nur ein kleiner Teil eines großen heterogenen Portfolios, das sollte dem Aktienkurs nicht helfen“, bemerkte ein Experte.

Wenig gefragt blieben Bankenwerte. „Die Nachrichtenlage aus dem Finanzsektor wird nicht besser, und die Kreditkrise ist offenbar noch lange nicht ausgestanden“, erläuterte ein Händler. Unbeliebt waren auch Aktien der Deutschen Börse, die mit der Ankündigung von Gebührensenkungen im computergestützten Handel ihre Papiere zeitweise auf den tiefsten Stand seit Oktober 2006 rutschten. Anleger fürchten niedrigere Margen für den Börsenbetreiber. Auch die Londoner Börse LSE leidet unter zunehmendem Wettbewerbsdruck: die Papiere verloren im britischen FTSE 2,6 Prozent.

Bei den Anlegern in Europa waren Technologiewerte hingegen begehrt. Der Sektor war mit einem Plus von rund zwei Prozent größter Branchengewinner. Die Vorstellung neuer Multimedia-Handymodelle beflügelte die Aktien des finnischen Herstellers Nokia, die mit einem Plus von 2,9 Prozent auf 17,82 Euro die größten Gewinner im Stoxx50-Index waren. Anleger hofften auf mehr Einnahmen durch die neuen Modelle. Auch die Aktien von Ericsson gewannen 2,6 Prozent.

Trotz eines Gewinnsprungs von 55 Prozent im ersten Halbjahr gingen an der Londoner Börse die Aktien des Bergbaukonzerns Rio Tinto auf Talfahrt. Sorgen über Chinas Konjunktur und fallende Rohstoffpreise verursachten einen Kursverlust von 0,6 Prozent. Auf die freundliche Übernahmeofferte des zweitgrößten indische Software-Dienstleisters Infosys reagierten die Aktien des Software-Hauses Axon mit einem Kurssprung von mehr als 20 Prozent.

Ein wieder anziehender Preis für US-Leichtöl half Energietiteln an der Wall Street, während die Papiere von Fluggesellschaften wenig gefragt waren. Insgesamt legte der Dow-Jones-Index dank des stärkeren Verbrauchervertrauens bis zum Handelsschluss in Europa 0,1 Prozent zu. Allerdings hält die Immobilienkrise immer noch viele Amerikaner vom Kauf eines neuen Eigenheims ab, was auf die Stimmung drückte.

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