Marktbericht: Börse Frankfurt
Dax verteidigt 5 000 Punkte souverän

Für den Dax geht es weiter ordentlich nach oben. Aktienstrategen warnen aber vor zu großem Optimismus. Die mögliche Rettung der US-Mittelstandsbank CIT treibt die Finanzwerte an. Außerdem gibt es Neues in dem schon als "Autonovela" titulierten Machtkampf zwischen VW und Porsche. VW-Aktien verloren mehr als fünf Prozent.

HB FRANKFURT. Zum Handelsschluss kann der Dax die 5 000 `er Marke souverän verteidigen.Hoffnungen auf eine Rettung der US-Mittelstandsbank CIT haben am Montag den Aktienbörsen in Europa einen weiteren Schub nach oben gegeben. Der Dax stieg um ein Prozent auf 5 030 Punkte, womit er leicht unter dem zuvor zeitweise erreichten Fünf-Wochen-Hoch von 5 063 Punkten lag. Händler beklagten wieder das geringe Handelsvolumen, das im Dax auf 76 (Freitag 95) Millionen Aktien fiel. Der Umsatz belief sich auf 2,2 (2,7) Milliarden Euro. Der MDAX mittelgroßer Werte startete mit einem Aufschlag von 1,61 Prozent auf 5 997 Zähler in die neue Woche und scheiterte damit nur knapp an der laut Händlern "psychologisch wichtigen, runden Marke". Der Technologie-Auswahlindex TecDAX gewann mit Aktien der Anbieter erneuerbarer Energien an der Spitze 0,92 Prozent auf 652 Punkte.

Empfindlich gebremst wurde der Leitindex vom Rückgang der VW-Aktien, die mit dem zeitweise größten Tagesverlust seit Mitte November auf Spekulationen über ein mögliches Scheitern der VW-Übernahmepläne für Porsche reagierten. Der europäische Stoxx-Index legte 1,2 Prozent zu, der Pariser CAC40 sogar 1,6 Prozent.

Jahreshoch in Sicht

Der Dax ist nunmehr nur noch knapp drei Prozent von seinem Jahreshoch von 5 177 Punkten entfernt. Viele Börsianer bleiben aber skeptisch und sehen hohes Rückschlagpotenzial. Weder die Konjunkturerholung noch die Gewinnentwicklung der Unternehmen rechtfertige ein solches Kursniveau, warnten einige. Andere vermuten, dass den Anlegern kaum Alternativen bleiben. „Die Banken schwimmen im Geld, irgendwo werden sie es anlegen müssen“, sagte einer.

Zu den größten Gewinnern im Dax zählten die Finanz- und Versicherungswerte. Allianz, deren Sparte Pacific Investment Management (Pimco) zu den CIT-Anleihe-Gläubigern zählt, stiegen um 2,9 Prozent auf 70,02 Euro. Die Aktien der Deutschen Bank kletterten um zwei Prozent hoch. In London zählten Lloyds mit einem Plus von 6,7 Prozent zu den Top-Gewinnern. Die Bank, die zu 43 Prozent in staatlicher Hand ist, könnte für das erste Halbjahr die Gewinnzone erreicht haben, spekulierten einige Anleger.

Im Stoxx50 zählten ING und Unicredit mit Kursgewinnen von bis zu 3,3 Prozent zu den größten Gewinnern. Nach Angaben von Insidern hat die CIT Aussicht auf eine milliardenschwere Finanzhilfe von Anleihegläubigern zur Vermeidung einer Insolvenz. Ein Bankrott von CIT wäre die größte Bankenpleite seit dem Zusammenbruch der Traditionsbank Lehman Brothers im September.

In New York katapultierte dies die CIT-Aktien um 90 Prozent auf 1,33 Dollar in die Höhe. Ganz oben auf den Einkaufszetteln der Anleger standen zudem die Aktien von Unternehmen, die stark von der Konjunktur abhängen, da viele Anleger nun auf eine Erholung der Wirtschaft wetteten. So zogen die Stahlwerte ThyssenKrupp und Salzgitter um bis zu 3,8 Prozent an. Branchenprimus ArcelorMittal legten in Amsterdam 4,2 Prozent zu.

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