Marktbericht: Börse Frankfurt
Dax: Viele Sorgen, ein wenig Hoffnung

Da half auch die Torte nicht, die Börsenchef Reto Francioni und Finanzminister Peer Steinbrück am Dienstag auf dem Parkett anschnitten: Der Dax-Index gab an seinem 20. Geburtstag zeitweise mehr als zwei Prozent nach. Die Finanzkrise ist offenbar zurück. Erst am späten Nachmittag besserte sich die Stimmung etwas.

HB FRANKFURT. Der hohe Ölpreis sowie die weiter negative Stimmung für Finanzwerte haben am Dienstag den deutschen Aktienmarkt belastet. Manch einem Anleger wurde so die Freude über den 20. Geburtstag des Dax verhagelt. Der Leitindex gab den vierten Handelstag in Folge nach und ging mit minus 1,60 Prozent auf 6 315,94 Punkte aus dem Handel. Seit Jahresbeginn hat er damit mehr als 20 Prozent eingebüßt. Der MDax schloss mit einem Abschlag von 2,71 Prozent auf 8 790,08 Zähler. Der TecDax verlor 2,25 Prozent auf 753,26 Punkte.

Erst ein unerwartet starker ISM-Index hatte dem Aktienmarkt etwas Unterstützung gegeben. Der Index, der die Stimmung unter den US-Einkaufsmanagern misst, lag im Juni mit 50,2 Punkten über den Prognosen der Analysten, die im Schnitt mit 48,6 Zählern gerechnet hatten. Zwischenzeitlich hatte der Dax über zwei Prozent im Minus gelegen.

Die Bilanz für das erste Halbjahr ist trotzdem bitter: 20 Prozent hat der Index eingebüßt, zwei Aktien – Hypo Real Estate und Deutsche Börse – sind nur noch halb so viel wert wie zu Beginn des Jahres. "Das Umfeld ist mit einer hohen Inflation und einer sich abschwächenden Konjunktur einfach schlecht, da mag keiner in Aktien investieren", fasst ein Händler die Stimmung zusammen. Einige Anleger seien auch über eine mögliche Eskalation der Spannungen zwischen dem Iran und Israel über das Atomprogramm der Regierung in Teheran besorgt. Dies halte auch den Ölpreis auf dem hohen Niveau von über 141 Dollar je Fass US-Leichtöl.

Gerüchte über die Senkung der Gewinnprognosen fielen gerade bei den Banken Händlern zufolge sofort auf fruchtbaren Boden. Am Dienstag traf es die Aktien der Deutsche Bank, die um 4,39 Prozent auf 52,44 Euro und damit auf das niedrigste Niveau seit Herbst 2003 abstürzten. "Da gibt es Gerüchte über eine Gewinnwarnung", sagte ein Händler. Die Deutsche Bank lehnte einen Kommentar ab. Schon in der vergangenen Woche hatten Spekulationen über eine Kapitalerhöhung die Aktien des Frankfurter Branchenprimus belastet.

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