Marktbericht: Börse Frankfurt
Deutsche Bank zieht Dax ins Minus

Der Dax konnte nicht an seine Kursgewinne aus den vergangenen Handelstagen anknüpfen und fieldeutlich im Minus. Im Mittelpunkt standdie Deutsche Bank. Die Aktie verlor mehr als zehn Prozent, obwohl das Geldhaus einen Milliardengewinn gemeldet hatte.

HB FRANKFURT. Herbe Kursverluste bei der Deutschen Bank und ein trübes Konsumklima in den USA haben den Höhenflug des Dax am Dienstag gestoppt. Der Leitindex verlor 1,5 Prozent auf 5 174 Punkte, nachdem er am Montag noch mit 5 309 Punkten den höchsten Stand seit Oktober vorigen Jahres erklommen hatte.

Enttäuscht reagierten Anleger der Deutschen Bank auf eine deutlich gestiegene Risikovorsorge des Institutes. Die Papiere brachen um 11,4 Prozent auf 46,09 Euro ein und waren damit für einen großen Teil der Dax-Abschläge verantwortlich. Den Markt drückte zudem ein überraschend starker Rückgang des US-Verbrauchervertrauens. Der Index des Conference Board sank auf 46,6 von 49,3 Punkten im Juni. Sorgen bereitet den Amerikanern vor allem die Lage auf dem Arbeitsmarkt.

In den USA notierte der Dow-Jones-Index zum Handelsschluss in Europa 0,9 Prozent im Minus bei 9030 Punkten und der S&P500 ein Prozent tiefer bei 971 Punkten. Der Nasdaq-Composite verlor 0,7 Prozent auf 1954 Zähler.

Das Handelsvolumen im Dax betrug 108 (Vortag 86) Millionen Aktien. Der Umsatz belief sich auf 3,2 (2,4) Milliarden Euro.

"Nach den Kursgewinne der vergangenen Tage und Wochen wird die Luft für den Markt dünner", sagte Florian Weber, Händler bei der Schnigge Wertpapierhandelsbank. Der Dax sei in mehreren Anläufen an der Marke von 5 300 Punkten gescheitert - nun gebe es moderate Gewinnmitnahmen. "Das ist aber eine ganz normale Konsolidierung, und in den nächsten Tagen dürfte es eher weiter nach oben gehen", so die optimistische Prognose des Experten.

Die Aktien der Deutschen Bank verloren am Dax-Ende 11,4 Prozent auf 46,09 Euro. Der deutsche Branchenprimus fuhr zwar im zweiten Quartal dank seines florierenden Investmentbank-Geschäfts erneut einen Milliardengewinn ein, dennoch bleibt Bankchef Josef Ackermann vorsichtig. "Der Ausblick für das verbleibende Jahr 2009 hängt stark davon ab, wie es mit der Entwicklung der globalen Wirtschaft weitergeht", sagte er. Beim Zinsüberschuss verfehlte die Bank zudem die Erwartungen. Händler waren geteilter Meinung. Ein Börsianer bemängelte die hohe Risikovorsorge und prognostizierte mögliche Gewinnmitnahmen. Zahlreiche Analysten fanden diverse Kritikpunkte. Die Commerzbank erwägt eine Abstufung der Titel. Der Überschuss sei zwar besser als erwartet, die Gewinnqualität habe allerdings enttäuscht, schrieb Analyst Michael Dunst. Insgesamt habe die Bank "verwirrende Ergebnisse mit zu vielen Sondereffekten" vorgelegt, erklärten Analysten von JP Morgan.

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