Marktbericht: Börse Frankfurt
Dow und Konjunkturdaten ziehen – Dax schließt im Plus

Im Schlepptau der Wall Street hat der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch wieder aufgeholt. Der Dax machte anfängliche Verluste wett und schloss 1,1 Prozent fester bei 4 131 Punkten. Als Stimmungsaufheller dienten den Marktteilnehmern besser als erwartet ausgefallene US-Konjunkturdaten.

HB FRANKFURT. Weil Wirtschaftsdaten aus den USA weniger schlecht ausgefallen sind als erwartet, haben die Aktienmärkte am Mittwoch nach mühsamem Start ins Plus gedreht. Der MDax der mittelgroßen Werte stieg um 2,38 Prozent und schloss am Mittwoch bei 4 531 Punkten. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 1,65 Prozent auf 487 Punkte nach oben. Für gute Stimmung sorgten am deutschen Aktienmarkt vor allem besser als erwartet ausgefallene US-Konjunkturdaten: Der Abschwung der US-Industrie verlor im März überraschend an Tempo. Der Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager stieg auf 36,3 von 35,8 Punkten im Vormonat. Zudem sanken die Bauausgaben in den USA im Februar nicht so stark wie erwartet.

Fonds-Manager Raimund Saxinger von Frankfurt Trust führte die unstete Marktentwicklung seit Wochenbeginn auf das am Dienstag ausgelaufene Quartal zurück. Vor dessen Abschluss hätten sich die Anleger unterschiedlich positioniert. Einige Investoren warteten auch auf Ergebnisse des bevorstehenden G-20-Treffen der wichtigsten Staats- und Regierungschefs. Von dessen Abschlusserklärungen seien allerdings kaum direkte Impulse für den Markt zu erwarten.

Beste Werte im Dax waren MAN-Aktien mit rund sieben Prozent Wertgewinn, BMW mit mehr als vier Prozent und Metro mit ebenfalls über vier Prozent. Am Ende der Liste rangierten Thyssen-Krupp, Bayer sowie K+S.

Dass der Abschwung der US-Industrie im März überraschend an Tempo verloren hatte, hellte die Stimmung der Anleger auf. Der Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager stieg auf 36,3 von 35,8 Punkten im Vormonat. "Dieser dritte monatliche Anstieg lässt hoffen, dass die schlimmsten Einbrüche der Wirtschaft vorüber sind", urteilte Commerzbank-Analyst Bernd Weidensteiner. Auch die Bauausgaben in den USA sanken im Februar nicht so stark wie erwartet. Allerdings beschleunigte sich der Stellenabbau.

Die positive Stimmung dämpfte allerdings die Anspannung der Anleger vor dem Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der G20-Länder. Staatspräsident Nicolas Sarkozy drohte schlimmstenfalls seine Zustimmung zu einem Abschlussdokument zu verweigern. Das würde das Scheitern des Treffens bedeuten, machte er deutlich. Weder Frankreich noch Deutschland seien mit den Lösungsvorschlägen für ein neues Welt-Finanzsystem zufrieden. "Eigentlich erwartet ohnehin niemand konkrete Beschlüsse, aber ein Scheitern wäre schon sehr negativ", sagte ein Händler.

Börse rauf, Thyssen runter

Deutsche-Börse-Papiere knüpften an ihre Vortagesgewinne an und verteuerten sich um 3,09 Prozent auf 46,78 Euro. Händlern zufolge nimmt die Meldung vom Vorabend, dass der US-Hedge-Fonds Atticus seinen Anteil an dem Börsenbetreiber unter die Meldeschwelle von drei Prozent gesenkt hat, Verkaufsdruck von den Aktien. Auch der andere Großaktionär Children's Investment Fund (TCI) befindet sich Börsianern zufolge auf dem Rückzug, nachdem die Hedge-Fonds zuvor gemeinsam vergeblich eine Zerschlagung der Börse gefordert hatten.

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