Marktbericht: Börse Frankfurt
Finanzwerte ziehen Dax tief nach unten

Der deutsche Aktienmarkt ist am Mittwoch durch schlechte Nachrichten aus der Finanzbranche unter Druck geraten. Der Dax verlor 2,5 Prozent und schloss bei 6422 Zählern. Größter Verlierer war die Commerzbank mit einem Minus von fast sieben Prozent. Gegen den Trend griffen Anleger bei den Aktien von Continental zu.

HB FRANKFURT. Schlechte Nachrichten aus der Finanzbranche, Sorgen um den Zustand der US-Wirtschaft und ein erneuter Anstieg des Ölpreises haben die Aktienmärkte am Mittwoch deutlich ins Minus gedrückt. Der Dax weitete im Handelsverlauf seine Verluste aus und schloss 2,5 Prozent tiefer bei 6422 Zählern. Der Europa-Index Stoxx50 notierte 2,2 Prozent tiefer bei 2891 Zählern. Verkauft wurden insbesondere Auto- und Finanzwerte. Gegen den Trend griffen Anleger bei den Aktien von Continental zu.

Nachdem mehrere US-Banken weitere Abschreibungen infolge der Subprime-Krise verbucht hatten, drohen auch bei der Münchener Hypo Real Estate (HRE) im zweiten Halbjahr weitere Wertberichtigungen. „Solche Ankündigungen zerstören Hoffnungen, dass der Boden bei den Finanzwerten vielleicht bald erreicht sein könnte“, sagte ein Händler. „Man kann die Kreditkrise doch noch nicht ganz abhaken“, sagte ein weiterer Marktteilnehmer.

Die Aktien des Immobilienfinanzierers HRE gaben knapp fünf Prozent ab. Schlimmer erwischte es die Commerzbank-Titel, die mit einem Minus von fast sieben Prozent größer Dax-Verlierer waren. Deutsche Bank rutschten 5,6 Prozent ab. Auch europaweit standen Finanztitel unter Druck, der entsprechende Branchenindex gab 4,8 Prozent ab. In Zürich setzten die Aktien der Großbank UBS ihre Talfahrt des Vortages mit einem Minus von gut sieben Prozent fort.

Zu den größten Verlierern im Stoxx50 zählten die Aktien der britischen Banken Barclays und HBOS mit Abschlägen von etwas mehr als sieben Prozent. Der Aktienmarkt in London wurde zudem von der Aussicht auf eine steigende Inflation und einem schwachen Ausblick für die britische Wirtschaft belastet. Die Aktien der Kaufhaus-Kette Marks & Spencer gehörten mit einem Minus von zehn Prozent zu den größten Verlierern im Leitindex „Footsie“.

Nach tagelangem Aufwärtstrend machten Investoren bei den Autowerten Kasse. Abgegeben wurden insbesondere BMW-Titel, die 6,4 Prozent verloren. Belastet wurden die Autowerte zudem von einem erneuten Anstieg des Ölpreises auf rund 115 Dollar je Fass US-Leichtöl WTI und schwachen Zulassungszahlen. Dem deutschen Branchenverband VDA zufolge sank die Zahl der Pkw-Neuzulassungen in Europa im Juli um acht Prozent. Daimler-Aktien büßten 4,7 Prozent ein, Renault 5,7 und Fiat 4,4 Prozent.

An der Spitze der kurzen Dax-Gewinnerliste standen die Aktien des Autozulieferers Continental mit einem Plus von 2,2 Prozent auf 73,17 Euro. „Da wird auf ein höheres Angebot spekuliert“, sagte ein Händler. Das aktuelle Gebot von 70,12 Euro war am Mittag vom Conti-Aufsichtsrat zurückgewiesen worden.

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