Marktbericht Börse Frankfurt
Gewinnmitnahmen belasten Dax

Kursverluste in China und den USA haben den deutschen Aktienmarkt belastet. Nach den Kursgewinnen der vergangenen Wochen seien Gewinnmitnahmen zu sehen, hieß es im Handel. Zum Börsenschluss verliert der Dax knapp ein Prozent. Gesprächsthema am Markt ist außerdem die erwartete Rückkehr von Infineon in den Dax.

HB FRANKFURT/DÜSSELDORF. Viele Anleger am deutschen Aktienmarkt sind angesichts hoher Kursverluste an den asiatischen Börsen erstmal Kasse gemacht. Der Leitindex Dax fiel in einem sehr ruhigen Geschäft um 0,96 Prozent auf 5 464 Zähler, schloss damit aber über seinem Tagestief bei rund 5 438 Punkten. Der MDax büßte 1,86 Prozent auf 6 722 Punkte ein. Der TecDax sank um 0,65 Prozent auf 700 Zähler. Da die Börse in London wegen eines Feiertags geschlossen blieb, war der gesamte Handelstag sehr ruhig. Das Handelsvolumen im Dax fiel auf 66 (Freitag 87) Millionen Aktien. Der Umsatz belief sich auf knapp zwei (2,3) Milliarden Euro.

Der Markt habe vor allem unter dem kräftigen Kurseinbruch in China gelitten, sich aber dennoch erstaunlich stabil gehalten, sagte Händler Stefan Söllner von der Postbank. Die Börse in Schanghai hatte mit einem knapp siebenprozentigen Verlust geschlossen. Allerdings ist die Ursache für die Verluste china-spezifischer Natur: Es gebe Befürchtungen, dass die chinesischen Banken ihre seit Jahresanfang massiv ausgedehnte Kreditvergabe wieder einschränken werden und außerdem bestehe allgemein ein Überangebot neuer Aktien in China, sagten Experten.

Auch die wichtigsten US-Aktienindizes litten unter den deutlichen Kursverlusten in Asien und rückläufigen Rohstoffpreisen. An der schlechten Stimmung konnten im frühen US-Handel auch überraschend positive Konjunkturdaten nichts ändern. So hatte sich die Stimmung der Einkaufsmanager in der Region Chicago im August überraschend deutlich aufgehellt.

Die konjunktursensiblen Stahlwerte wie ThyssenKrupp und Salzgitter zählten hierzulande zu den schwächsten Werten. ThyssenKrupp verloren 2,39 Prozent auf 23,70 Euro. Salzgitter gaben 2,37 Prozent auf 66,39 Euro nach.

Die Titel der Deutschen Post fielen 1,84 Prozent auf 12,035 Euro. Laut der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" fiel die Post bei einem Schnelligkeitstest ihrer Briefzustellung durch. Das Unternehmen habe sein Versprechen bei weitem nicht eingehalten, 95 Prozent aller Briefe innerhalb Deutschlands am nächsten Werktag zuzustellen, so die Zeitung. Die Post wehrte sich dagegen und betonte, mit ihrer modernen Brieflogistik unverändert eines der schnellsten Postunternehmen weltweit zu sein.

Dass Deutschlands zweitgrößter Pharmakonzern Boehringer Ingelheim sich Hoffnungen auf Milliardenumsätze mit dem Medikament Pradaxa gegen Schlaganfälle bei Herzrhythmusstörungen machen darf, interessierte auch die Aktionäre von Bayer . Pradaxa sei in der gleichen Klasse angesiedelt wie das Bayer-Mittel Xarelto, begründete ein Händler den Zusammenhang. Die Einschätzungen am Markt zu Bayer waren diesbezüglich jedoch geteilt. So wird zum einen mit zusätzlichem Wettbewerb für Bayers Xarelto gerechnet, zum anderen seien die Ergebnisse grundsätzlich positiv für die Marktstimmung, meinte etwa Analyst Sachin Jain von Merrill Lynch. Die Aktie, die am Morgen noch bis auf 41,90 Euro gefallen war, ging mit einem Minus von 0,33 Prozent bei 42,83 Euro aus dem Handel.

Seite 1:

Gewinnmitnahmen belasten Dax

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%