Marktbericht: Börse Frankfurt
Gewinnmitnahmen drücken Dax ins Minus

Gewinnmitnahmen haben den Deutschen Aktienindex am Montag in die Knie gezwungen. Sechs Wochen lang hatte der Dax zugelegt – jetzt gab er kräftig nach. „Der Markt war technisch stark überkauft und irgendwann entlädt sich das“, sagte ein Börsianer.

HB FRANKFURT. Der Leitindex sank unter die Marke von 4500 Punkten und gab 4,07 Prozent auf 4486,30 Zähler nach. Der MDax der mittelgroßen Werte verlor 5,75 Prozent auf 5066 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax sank um 3,94 Prozent auf 548,88 Zähler. „Der Kursverlust ist nicht dramatisch“, sagte Marktanalyst Jochen Intelmann von der Hamburger Sparkasse (Haspa). „Es war klar, dass der Dax nicht ungebremst weiter steigt, und es ging in den vergangenen Tagen zu schnell nach oben – da ist der Rücksetzer jetzt angebracht.“ Er hält in den kommenden Tagen einen Rückgang des Leitindex auf 4000 bis 4200 Punkte für möglich. Abhängig sei dies von den Unternehmensberichten der kommenden Tage.

Alle 30 im Dax notierten Titel verbuchten Verluste. Bankenwerte sackten nach Zahlen der Bank of America tiefer ins Minus. Deutsche Bank gaben um 8,63 Prozent auf 38,10 Euro nach. Commerzbank verloren 7,83 Prozent auf 4,885 Euro. Händler verwiesen auf Spekulationen, dass die Bank möglicherweise mehr Kapitalbedarf habe als bisher bekannt. Zudem drückten Gewinnmitnahmen auf den Kurs. Seit Anfang März hatte das Papier in der Spitze mehr als 160 Prozent gewonnen.

ThyssenKrupp-Papiere sanken um 7,19 Prozent auf 16,92 Euro. Beim größten deutschen Stahlkonzern könnten laut einem Pressebericht mit rund 4000 Stellen mehr Arbeitsplätze wegfallen als bislang erwartet.

Daimler verloren 7,52 Prozent auf 24,645 Euro, nachdem sie ihre Verluste zwischenzeitlich hatten eindämmen können. Händler verwiesen auf den Bericht des Handelsblatts, nachdem der Automobilhersteller mit dem chinesischen Staatsfonds CIC über eine Beteiligung spricht und einen Einstieg des Fonds beim Stuttgarter Konzern nicht ausschließt. „Wir haben in der Vergangenheit Kontakte mit möglichen Investoren aus China gehabt und diese Gespräche sind nicht grundsätzlich abgebrochen“, sagte Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche am Rande der Automesse in Schanghai.

Die schwierige Lage bei Arcandor beunruhigte die Anleger ebenfalls, Aktien des Handels- und Touristikunternehmens wurden verstärkt verkauft. Die Aktie sackte um 9,44 Prozent auf 1,63 Euro ab. Der hoch verschuldete Baustoffkonzern HeidelbergCement stößt einem Pressebericht zufolge bei der Suche nach frischem Kapital auf Probleme. Die Aktie fiel um deutliche 9,38 Prozent auf 32,35 Euro.

Starke Zahlen im ersten Quartal bescherten den Anteilsscheinen von United Internet im TecDax ein Plus von 9,62 Prozent auf 6,95 Euro. Aktien von Infineon hielten sich mit minus 2,70 Prozent auf 1,620 Euro besser als der sehr schwache Markt. Der Halbleiterhersteller prüft Presseberichten zufolge einen Antrag auf Staatshilfe. Zudem äußerten sich Analysten positiv zu dem Wert.

Der europäische Leitindex EuroStox 50 schloss 3,92 Prozent schwächer bei 2249,44 Punkten. Auch Paris und London gingen sehr schwach aus dem Handel. Der US-Leitindex Dow Jones stand beim europäischem Handelsschluss mit 2,8 Prozent im Minus.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 3,08 (Freitag: 3,03) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,06 Prozent auf 122,95 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,87 Prozent auf 122,86 Punkte. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2966 (Freitag: 1,3058) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7712 (0,7658) Euro.

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