Marktbericht: Börse Frankfurt
Hoffnung aus Übersee: Dax schließt sehr fest

Die Hoffnung auf eine baldige Einigung beim Rettungspaket überstrahlte am Donnerstag alles: Gerüchte, dass der US-Rettungsplan für den Bankensektor „fast durch“ sei, haben den europäischen Börsen am Donnerstag Flügel verliehen. Der Dax trotze dabei sowohl den mauen Konjunkturdaten aus den USA als auch einer Gewinnwarnung des US-Industriegiganten General Electric.

HB FRANKFURT. Republikaner und Demokraten im US-Kongress legten ihren Streit über Hilfen von 700 Mrd. Dollar in wichtigen Fragen bei und bewegten sich deutlich aufeinander zu. "Die Details des Hilfspaketes liegen zwar noch nicht auf dem Tisch, aber wenn etwas in dieser Größe in nur zwei Wochen durchgeht, wäre das ein Rekord", bemerkte ein Händler.

Der Dax stieg um zwei Prozent auf 6 173 Punkte. Der Europäische Stoxx50 kletterte um 2,6 Prozent auf 2761 Zähler.

Die Anleger griffen unter anderem bei Finanzwerten zu, der europäische Branchenindex gewann 2,5 Prozent. Deutsche Bank stieg um 0,9 Prozent, Credit Agricole um 6,5 Prozent. Fantasie um einen Einstieg von HSBC trieb die Aktien der Schweizer UBS um rund fünf Prozent an. In den letzten Handelsminuten krachten Postbank-Titel hingegen nach unten und verloren 3,7 Prozent.

Die Aktien der Münchener Rück stiegen um 4,8 Prozent, was Händler auf Spekulationen um eine Anteilsaufstockung der Aktionäre Cevian und Warren Buffett zurückführten.

Die Aktien des belgisch-niederländischen Finanzkonzerns Fortis brachen zeitweise um mehr als 20 Prozent auf den tiefsten Stand seit 14 Jahren ein, nachdem Spekulationen über Liquiditätsengpässe die Runde machten. Das Unternehmen wies diese jedoch zurück, die Papiere erholten sich auf ein Minus von 6,3 Prozent. "Es ist ein gutes Zeichen, dass das die Finanztitel nicht unisono in die Tiefe gerissen hat, wie das in Panikmärkten passiert", sagte ein Händler. Mit einem Plus von 3,15 Prozent reagierten Daimler-Aktien auf die Ankündigung des Autobauers, sich endgültig von Chrysler zu trennen und auch die restliche Beteiligung an den Finanzinvestor Cerberus zu verkaufen. Adidas-Aktien stiegen um 3,3 Prozent, nachdem der US-Rivale Nike mit seinem Quartalsergebnis die Prognosen übertroffen hatte.

Im MDax brachen Arcandor-Aktien um 30 Prozent auf ein Rekordtief von 2,48 Euro ein. Die Karstadt-Muttergesellschaft muss wegen der anhaltenden Verluste im Warenhausgeschäft womöglich die Notbremse ziehen und seine profitable Touristiktochter Thomas Cook zumindest teilweise verkaufen.

Siemens kamen wegen der Gewinnwarnung des US-Konkurrenten General Electric (GE) nur zeitweise unter Druck und schlossen 0,7 Prozent im Plus.

An der Wall Street wurden GE-Aktien zunächst verkauft und fielen bis zum Handelsschluss in Europa um 2,5 Prozent. Der Dow-Jones-Index und der Technologie-Index Nasdaq legten hingegen beseelt von der Aussicht auf das Rettungspaket um jeweils zwei Prozent zu. Dabei zeichneten die im August viel stärker als erwartet eingebrochenen Auftragseingänge für langlebige Güter Börsianern zufolge ein düsteres Bild von der US-Wirtschaft. Auch die Zahl der US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stiegen stärker als gedacht, während die Konsumgüternachfrage einbrach.

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