Marktbericht Börse Frankfurt
Käufer streiken – Dax unter 6 300 Punkten

Kein guter Wochenstart für den Dax: Der deutsche Leitindex beendete den Handel am Montag mit einem Minus von 0,7 Prozent – und rutschte unter die Marke von 6 300 Punkten. Auch in der neuen Woche hielten sich die Anleger auffallend mit ihren Engagements zurück.

HB FRANKFURT. Am Aktienmarkt scheuten die Anleger auch in der neuen Woche vor Engagements zurück. Bei extrem niedrigen Umsätzen dümpelte der Dax am Montag vor sich hin und schloss 0,7 Prozent tiefer bei 6296 Punkten. „Die ungeklärten Probleme im globalen Finanzsektor führen dazu, dass wir weiter einen Käuferstreik haben“, sagte ein Händler. Erschwerend kam hinzu, dass Investoren aus London fehlten, da die dortige Börse wegen eines Feiertags geschlossen blieb. Der europäische Stoxx50-Index ging 0,5 Prozent schwächer bei 2853 Zählern aus dem Handel.

Thema in den Handelsräumen war die offenbar näher rückende Abspaltung der Dresdner Bank von der Allianz. Nach Aussagen einer mit den Vorgängen vertrauten Person strebt die Commerzbank bis Monatsende eine Einigung mit der Allianz über einen Zusammenschluss mit deren Sorgenkind an. Allianz-Titel legten 0,5 Prozent zu. Bei Commerzbank-Investoren kam die Nachricht weniger gut an, der Aktienkurs gab 1,7 Prozent nach. Zur Finanzierung der Übernahme muss sich die Bank eventuell von ihrer Beteiligung an Linde trennen. Die Aktien des Gasekonzerns waren mit 2,5 Prozent größter Dax-Verlierer.

Von Übernahmespekulationen um NXP profitierten die Aktien des Technologiekonzerns Infineon, die 1,7 Prozent zulegten. Dabei wies der niederländische Konkurrent ein Interesse an dem Chiphersteller zurück. Das Ende der olympischen Spiele in China nahm Händlern zufolge Euphorie aus Adidas-Aktien, die gut zwei Prozent nachgaben.

Neue Fantasie gab es hingegen im Luftfahrtsektor: Die Deutsche Lufthansa steigt in den Bieterwettstreit um die österreichische Fluggesellschaft Austrian Airlines ein. Neben der Lufthansa werden unter anderen der größere Konkurrent Air France-KLM und Turkish Airlines als mögliche Bieter gehandelt. Die AUA-Aktien kletterten in Wien um 9,7 Prozent auf 5,44 Euro, die Papiere der Bieter lagen hingegen im Minus.

An der Wall Street drückten die anhaltenden Sorgen vor den Folgen der Kreditkrise auf die Stimmung. Der Dow-Jones-Index gab bis zum Börsenschluss in Europa 1,2 Prozent und der Nasdaq-Composite 1,7 Prozent nach. Zweifel am Gelingen eines Einstiegs der staatlichen Korea Development Bank bei der Investmentbank Lehman Brothers schickten die Aktien von Lehman auf Talfahrt. Staatliche Aufsichtsbehörden äußerten Bedenken an den Plänen der südkoreanischen Bank.

Nach einer Herunterstufung durch Credit Suisse fielen die Anteilsscheine von American International Group (AIG) auf den tiefsten Stand seit 13 Jahren. Zu den Gewinnern gehörten die Hypothekenfinanzierer Fannie Mae and Freddie Mac. Freddie-Mac-Papiere legten zeitweise 16 Prozent zu, nachdem das Institut Schuldverschreibungen über insgesamt zwei Mrd. Dollar verkaufen konnte.

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