Marktbericht: Börse Frankfurt
Kapriolen der VW-Aktie retten den Dax

Dank einer neuerlichen Rally bei Volkswagen-Aktien hat der Dax den Tag unverändert beendet. Obwohl Porsche vorerst keine weiteren VW-Aktien mehr kaufen will, sprang deren Kurs um 15 Prozent an. Auch andere Autoaktien legten zu. Verluste gab es dagegen bei einigen Dax-Schwergewichten.

HB FRANKFURT. Kräftige Kursgewinne der VW-Aktie haben im Deutschen Aktienindex einmal mehr die Verluste bei vielen anderen Werten kompensiert. Nachdem der Dax den größten Teil des Tages im Minus notierte, drehte er im späten Handel kurz ins Plus, beendete den Handel dann aber unverändert bei 4 560 Punkten. Unterstützung erhielten die Kurse in Deutschland auch von der Wall Street, wo die Indizes trotz schwacher Konjunkturdaten zulegen konnten.

Nach den jüngsten Gewinnen - am Montag war der Dax um mehr als zehn Prozent gestiegen -sehen Experten den Leitindex an einem wichtigen Punkt angelangt: "Der Dax steht aus technischer Sicht am Scheideweg zwischen der Chance auf eine nachhaltige Wende nach oben oder einem erneuten Rückfall in Richtung der jüngsten Tiefstände", sagte Stefan Söllner, Aktienhändler bei der Postbank.

Für Gesprächsstoff an den Börsen sorgten erneut Hilfsmaßnahmen verschiedener Länder zur Stabilisierung der Wirtschaft. So senkte die chinesische Notenbank zum vierten Mal binnen rund zwei Monaten ihren Leitzins. Sie reduzierte den Zins um mehr als einen Prozentpunkt und damit überraschend deutlich. Die EU-Kommission will Kreisen zufolge 1,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes der 27 Mitgliedsstaaten als Umfang eines geplanten Konjunkturpakets vorschlagen. Das würde 200 Mrd. Euro entsprechen. Bereits am Dienstag hatte ein 800 Mrd. Dollar schweres Hilfspaket der US-Notenbank Fed für Hypotheken und Konsumentenkredite die Stimmung an den Börsen aufgehellt.

Autowerte stemmten sich den ganzen Tag über gegen den schwachen Marktrend. Die Aktien von BMW gewannen 1,7 Prozent im Plus, die von Daimler legten 2,1 Prozent zu. Händler verwiesen als Antrieb auf einen Bericht der französischen Zeitung "Les Echoes", wonach die Regierung Frankreichs eine Senkung der Mehrwertsteuer (MwSt) für einzelne Sektoren wie vor allem die Autobauer erwägt.

Rober Halver, Kapitalmarktexperte der Baader Bank, sagte: "Die Franzosen machen das richtig - man muss eine Krankheit bekämpfen, wenn sie ausbricht, und nicht, wenn sie schon da ist." Deutschland müsse dann schnell nachziehen, um Wettbewerbsnachteile zu vermeiden. Albrecht Denninghoff, Analyst bei der BHF-Bank, betonte: "Alles was Autokäufe für den Endkunden billiger macht, ist angesichts der Nachfrageschwäche in dem Sektor zu begrüßen."

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