Marktbericht: Börse Frankfurt
Kursfeuerwerk: Dax legt sechs Prozent zu

In der Hoffnung auf eine baldige Erholung der Konjunktur haben Anleger am Donnerstag am europäischen Aktienmarkt kräftig gekauft. Der Dax verbuchte den größten Tagesgewinn seit Anfang Dezember 2008 und beendete den Xetra-Handel 6,1 Prozent im Plus auf einem Sechs-Wochen-Hoch von 4 381 Punkten. Der Dow Jones notiert derweil wieder über 8 000 Punkten.

HB FRANKFURT. Der EuroStoxx50 der größten Börsengesellschaften aus der Euro-Zone zog am Donnerstag um 6,7 Prozent auf 2 216 Stellen an. An der Wall Street lag der US-Standardwerteindex Dow Jones bei Handelsschluss in Deutschland 3,5 Prozent im Plus. Getragen wurde die Rally in allen Fällen von kräftigen Aufschlägen bei Automobil- und Finanzwerten.

„Die jüngsten Daten deuten darauf hin, dass die Konjunkturprogramme zu greifen beginnen“, sagte Marktanalyst Giuseppe Amato vom Brokerhaus Lang & Schwarz. „Außerdem ist der Markt charttechnisch extrem überverkauft.“ Er halte einen Dax-Stand von bis zu 5000 Punkten zur Jahresmitte für möglich. „Denn langsam kommen die institutionellen Anleger unter Druck.“ Viele hätten ihre Aktienquote in den vergangenen Monaten stark reduziert und seien gezwungen, auf den fahrenden Zug aufzuspringen.

Die Ergebnisse des G20-Finanzgipfels sorgen Börsianern zufolge für zusätzlichen Schub. Dem britischen Premier Gordon Brown zufolge wollen die 20 größten Industrienationen und Schwellenländer eine Billion Dollar zusätzlich in dem Kampf gegen die Rezession investieren.

Die mit 25 Basispunkten nur halb so groß wie erwartet ausgefallene Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) dämpfte die Stimmung nur kurz. „Dieser Schritt der EZB könnte ein Hinweis dafür sein, dass es doch nicht so schlimm um die Konjunktur bestellt ist wie befürchtet“, sagte ein Börsianer.

US-Autoabsatz beflügelt BMW und Daimler

Die Aktien von BMW und Daimler setzten sich mit einem Plus von jeweils rund 15 Prozent auf 26,12 beziehungsweise 22,30 Euro an die Spitze der Dax-Gewinnerliste. Börsianern zufolge profitierten sie dabei von überraschend positiven US-Absatzzahlen. Die in keinem der großen deutschen Indizes gelisteten Porsche-Aktien legten sogar 16,7 Prozent auf 42,20 Euro zu, obwohl Analysten gerade von den Verkäufen des Sportwagenherstellers enttäuscht waren.

Auch die Autozulieferer legten kräftig zu. So verteuerten sich die Papiere von Continental 13 Prozent auf 14,20 Euro. In Paris zogen Michelin um 16,6 Prozent auf 32,60 Euro an. Die Titel der Opel-Muttergesellschaft General Motors (GM) stiegen an der New Yorker Börse um 10,4 Prozent auf 2,13 Dollar.

US-Daten schüren Hoffnung auf Konjunkturerholung

Unter den Finanzwerten gehörten Deutsche Bank zu den Favoriten. Ihre Titel verteuerten sich um 14,6 Prozent auf 35,64 Euro, nachdem Firmenchef Josef Ackermann die Betriebseinnahmen im März als solide beschrieben hatte. Aber auch die europäischen Konkurrenten UBS, Axa oder HSBC verbuchten teilweise zweistellige prozentuale Kursgewinne.

Börsianer begründeten die Rally neben der Hoffnung auf eine Konjunkturerholung mit optimistischen Aussagen von Kenneth Lewis, dem Chef der Bank of America. Er hatte unter anderem gesagt, sein Institut verfüge selbst bei einer weiteren wirtschaftlichen Verschlechterung über einen „großen Kapitalpuffer“. Die Papiere der Bank verteuerten sich daraufhin um bis zu elf Prozent auf 7,81 Dollar. Citigroup zogen in der Spitze um ebenfalls elf Prozent auf 2,98 Dollar an.

K+S: Bald weltgrößter Salzhersteller

K+S-Aktien legten im Zuge von Nachrichten über eine Übernahme um 12,18 Prozent auf 39,04 Euro zu. Der Düngemittelhersteller wird in einer milliardenschweren Transaktion die amerikanische Morton Salt übernehmen und wird damit zum größten Salzhersteller.

"Wir glauben, dass der Zukauf eine gute Nachricht für K+S ist angesichts der vergleichsweise hohen Margen von Morton und des Synergiepotentials in Nordamerika", kommentierten die Analysten der Commerzbank. Auch andere Experten unterstrichen, dass die Übernahme strategisch Sinn mache.

K+S rechnet mit Einsparungen unter anderem in der Logistik und bei den Marketingkosten. Verkäufe von Geschäftsteilen seien nicht geplant. Zwischen K+S und Morton gebe es nur geringe Überschneidungen auf den Absatzmärkten, sagte Steiner. Zusammen kommen beide Konzerne auf 5,6 Milliarden Euro Jahresumsatz und über 15.000 Beschäftigte.

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