Marktbericht: Börse Frankfurt
Nach US-Zahlen: Dax bricht um vier Prozent ein

Der deutsche Aktienmarkt hat die Woche nach schwachen Arbeitsmarktdaten aus den USA mit hohen Verlusten beendet. Die Arbeitslosigkeit in den USA ist im November auf den höchsten Stand seit 15 Jahren gestiegen. Der Dax stürzte daraufhin unter 4 400 Punkte. Besonders arg erwischte es Bayer und Linde.

HB FRANKFURT. Im Minus hatte der Deutsche Aktienindex schon den ganzen Tag über gelegen. Nach einem desaströsen Arbeitsmarktbericht aus den USA rutschte der Dax aber noch tiefer ab. Zwischenzeitlich verlor er fünf Prozent, konnte das Minus zum Handelsschluss aber auf vier Prozent begrenzen. Auf Wochensicht bedeutet der Schlussstand von 4 381 Punkten allerdings einen Rückschlag um fast 300 Punkte.

Die Arbeitslosenquote in den USA kletterte von 6,5 Prozent im Vormonat auf 6,7 Prozent, wie das Arbeitsministerium am Freitag mitteilte. Das ist der höchste Wert seit 1993. Gleichzeitig bauten die US-Unternehmen so viele Stellen ab wie seit 34 Jahren nicht mehr. Insgesamt fielen 533 000 Jobs weg. Von Reuters befragte Analysten hatten lediglich einen Rückgang um 340 000 erwartet. Ein stärkeres Minus gab es zuletzt im Dezember 1974 mit 602 000.

"Die Zahlen sind eine Katastrophe und unterstreichen das Rezessionsszenario in den USA", sagte HSBC-Trinkaus-Volkswirt Lothar Hessler.

Unter Druck standen nach dem Arbeitsmarktbericht vor allem zyklische Titel. Die größten Verluste im Dax erlitten Bayer und Linde, deren Aktien jeweils mehr als acht Prozent verloren. Auch die Titel von Siemens, MAN und K+S zeigten sich mit einem Minus von mehr als sechs Prozent sehr schwach. Mit der Deutschen Postbank gesellte sich auch ein Finanzwert zu den größten Verlierern. Die Postbank-Aktie gab 7,5 Prozent nach.

"Die Stimmung ist schlecht und die Hoffnung auf eine Jahresendrally wird Tag für Tag begraben" versuchte ein Händler die Situation zu beschreiben. Kleine Erholungsbewegungen würden sofort im Keim erstickt, die Volatilität sei weiterhin sehr hoch.

Autowerte zogen die Aufmerksamkeit auf sich. Die drei US-Branchenriesen General Motors (GM), Ford und Chrysler bemühen sich wegen der Absatzkrise um staatliche Hilfen. GM und Chrysler signalisierten als Gegenleistung die Bereitschaft zur Fusion. "Selbst wenn es dazu kommt und Dutzende Fabriken geschlossen werden, ändert das nichts an dem eigentlichen Problem: Derzeit will kaum jemand ein Auto kaufen", betonte ein Börsianer. In Deutschland rutschten die Aktien von Daimler um 5,7 Prozent ab, die Titel von BMW verloren vier Prozent und VW-Papiere schlossen 2,7 Prozent schwächer.

Die Aktien von Infineon beendeten die katastrophale Handelswoche mit einem Abschlag von vier Prozent auf 94 Cent. Das Papier war am Mittwoch nach einem tiefroten Quartalsbericht und einem schwachen Ausblick um fast 40 Prozent gefallen und dadurch zum ersten Pennystock geschrumpft, der jemals im Dax notierte.

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