Marktbericht Börse Frankfurt
Neue Verluste – Dax so billig wie zuletzt 2004

Nach anfänglicher Erleichterung am Aktienmarkt über neue Daten vom US-Arbeitsmarkt haben die Pessimisten im späten Handel am Freitag wieder die Oberhand gewonnen. Der Dax gab im Sog der Wall Street 0,8 Prozent auf 3 666 Punkte nach und fiel damit auf den tiefsten Stand seit August 2004. Auf Wochensicht büßte der deutsche Leitindex 4,6 Prozent ein.

HB FRANKFURT. Größter Dax-Gewinner waren die Aktien von BMW mit einem Plus von 2,7 Prozent auf 19,83 Euro. Mit einem Kursrutsch von fast 13 Prozent auf 0,41 Euro waren die Infineon-Aktien größter Verlierer im Index. Die insolvente Speicherchiptochter Qimonda kann derzeit nicht mit Hilfe Bayerns rechnen.

Der MDax der mittelgroßen Werte gab am Freitag um 2,28 Prozent auf 4210,92 Punkte nach. Der TecDax fiel um 3,31 Prozent auf 405,14 Punkte.

Mit Erleichterung aufgenommene Daten vom US-Arbeitsmarkt haben dem deutschen Aktienmarkt zum Wochenschluss nur kurzzeitig etwas Schwung gegeben. Während Auto- und Versorgeraktien bei Anlegern gefragt waren, trennten sie sich von Finanzwerten.

In den USA waren im Februar außerhalb der Landwirtschaft 651 000 Stellen abgebaut worden. "Der drastische Stellenabbau in den USA geht weiter", erklärte Postbank-Volkswirtin Fabienne Riefer. "Perspektivisch dürfte sich der anhaltende Beschäftigungsabbau in einer deutlich schwächeren Lohnentwicklung niederschlagen, was die Aussichten für den privaten Konsum eintrübt", gab sie zu bedenken. Nach Veröffentlichung der Daten war der Dax zunächst um bis zu zwei Prozent gestiegen. Aktienstratege Giuseppe Amato von Lang & Schwarz zufolge war am Markt auf einen Abbau von 750.000 bis 800.000 Stellen spekuliert worden.

Die Nachrichtenlage auf Unternehmensseite war zum Wochenausklang recht übersichtlich: Die Papiere von BMW legten um 2,69 Prozent auf 19,830 Euro zu und waren damit stärkster Wert im Leitindex. Der Autokonzern verhandelt laut "Süddeutsche Zeitung" mit PSA Peugeot Citroen über einen Ausbau der bereits bestehenden Kooperation. PSA könnte dem Interview mit PSA-Chef Christian Streiff zufolge noch mehr Motoren an den bayerischen Autoproduzenten liefern. Peugeot liefert bereits unter anderem an die BMW-Tochter Mini Dieselmotoren für ihre Kleinwagen.

Daimler-Titel verteuerten sich um 2,18 Prozent auf 18,545 Euro. Den Absatzzahlen sprachen die meisten Börsianer keine sehr starke Kursrelevanz zu, auch wenn womöglich einige mit noch schlechteren Daten gerechnet hätten. Ein Händler sagte: "Die meisten Kursbewegungen sind derzeit nicht fundamental zu erklären." Zuletzt teilte Daimler mit, die Kurzarbeit in seinen Pkw-Werken wegen der dramatischen Absatzkrise bis Ende Juni auszuweiten.

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