Marktbericht: Börse Frankfurt
Obama-Party fällt aus – Dax verliert 100 Punkte

Die erhoffte Obama-Euphorie ist ausgeblieben. Stattdessen kehrt Ernüchterung an den europäischen Aktienmärkten ein. Schwache Prognosen von Unternehmen und Gewinnmitnahmen lenken den Blick zurück auf die unsichere Wirtschaftslage und drücken die Indizes ins Minus.

HB FRANKFURT. Die Vorfreude auf einen Wahlsieg von Barack Obama war groß an der Börse – die Jubelfeier am Tag des tatsächlichen Erfolgs blieb jedoch aus. Kaum war die Präsidentschaftswahl in den USA gelaufen, richteten die Anleger am Aktienmarkt den Blick wieder nach vorne. Und der bleibt eingetrübt: „Für eine schnelle Trendumkehr wird Obama ganz gewiss nicht sorgen“, sagte Klaus Schrüfer von der SEB Bank. Eine Meinung, die an der Börse viel teilten. Der Deutsche Aktienindex Dax, der am Vortag noch fünf Prozent gewonnen hatte, beendete lag am Mittwoch deshalb den ganzen Tag über im Minus. Am Ende stand ein Verlust von 1,9 Prozent bzw. 100 Zählern auf 5 177 Punkte.

„Die Börse hat ihr kleines Freudenfeuer schon in den Tagen vor der US-Wahl abgebrannt“, sagt SEB-Experte Schrüfer. Die positiven Effekte des Machtwechsels seien in den jüngsten Kursgewinnen bereits enthalten gewesen. Gleichwohl rechnet er mit einer stützenden Wirkung der Wahl: „Obama ist genau das, was die Märkte jetzt brauchen: Bei diesen rabenschwarzen Konjunkturdaten sorgt Obamas Optimismus für etwas Zuversicht“, ein „leichter Obama-Effekt“ sei durchaus noch möglich. Hoffnung mache Händlern, dass sich die Wirtschaft während der Amtszeiten demokratischer US-Präsidenten signifikant besser entwickelt habe als unter Republikanern: „Alle wünschen sich, dass sich Geschichte wiederholt.“

Zuletzt hatten die Aktienmärkte unter einem ganzen Bündel von Unsicherheiten zu leiden gehabt – und „jetzt ist eine davon ausgeräumt“, sagt Andreas Wex, Aktienmarkt-Experte der Dresdner Bank. Gegen einen Aufwärtstrend sprächen aber die negativen Daten aus der US-Wirtschaft.

Am Mittwoch standen allerdings weniger Konjunkturdaten als Meldungen einzelner Unternehmen im Mittelpunkt des Geschehens. So gaben Stahlaktien nach einem enttäuschenden Quartalsbericht von Arcelor-Mittal deutlich nach. Der weltgrößte Stahlkonzern nahm wegen der Konjunkturschwäche sein Gewinnziel für das Gesamtjahr zurück. ThyssenKrupp rutschten daraufhin um 7,6 Prozent auf 15,62 Euro ab, Salzgitter verbilligten sich im MDax um 8,7 Prozent auf 55,65 Euro. Die Anteile an dem Stahlhändler Klöckner & Co sackten um 10,9 Prozent auf 12,70 Euro ab. ArcelorMittal selbst brachen an der Börse in Paris um 15 Prozent auf 20,80 Euro ein.

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