Marktbericht: Börse Frankfurt
Starke Rally: Dax legt fast acht Prozent zu

Dank der Erholung der US-Börsen hat auch der deutsche Aktienmarkt deutlich zugelegt. Der Dax knackte locker die Marke von 4 700 Punkten. Vor allem Auto- und Finanzwerte zählten zu den Gewinnern. Eine Aktie machte die Erholung aber nicht mit und verlor deutlich.

HB FRANKFURT. Die Hoffnung auf staatliche Konjunkturpakete hat den europäischen Börsen eine kräftige Erholung beschert. Der Dax stieg am Montag um 7,6 Prozent auf 4 715 Punkte und machte damit die Verluste der Vorwoche von sechs Prozent in einem Rutsch mehr als wett. Die beiden paneuropäischen Stoxx-Indizes legten sieben und fast neun Prozent zu. In New York gewann der Dow-Jones-Index bis zum deutschen Handelsschluss mehr als drei Prozent.

Börsianer blieben aber skeptisch. „Das ist übertrieben“, sagte ein Händler. „Fundamental hat sich ja gar nichts geändert.“ Die Rezession werde so oder so kommen, sagte ein anderer. „Die Zentralbanken haben jetzt das Ihre getan, und nun schauen alle auf die Regierungen“, sagte Thierry Lacraz, Aktienstratege bei Pictet in Genf. „Man wird die Rezession nicht vermeiden können, aber wenigstens haben die Anleger das Gefühl, die Verantwortlichen machen das Richtige.“ Der Dax hat seit Jahresbeginn rund 45 Prozent verloren.

Der designierte US-Präsident Barack Obama will nach seinem Amtsantritt am 20. Januar die weltgrößte Volkswirtschaft mit den größten Infrastruktur-Investitionen seit 50 Jahren wieder ankurbeln. Im Fokus steht derzeit die Krise der Autobranche. Das US-Präsidialamt teilte mit, eine Einigung über ein Hilfspaket noch an diesem Montag sei möglich. Die Autohersteller GM und Chrysler stehen nach eigener Darstellung ohne Hilfe vor dem Aus. Gemeinsam mit Ford haben sie um Staatshilfen von bis zu 34 Mrd. Dollar gebeten.

In New York stiegen GM-Aktien um 14 Prozent, Ford um 15,4 Prozent und die Titel des Autozulieferers Lear Corp um fast 13 Prozent. Auch in Europa zogen die Autowerte auf breiter Front an. Daimler legten 9,7 Prozent auf 24,60 Euro zu. Dabei zwingt die Absatzkrise die Stuttgarter erstmals seit 15 Jahren wieder zur Kurzarbeit in ihrem größten Werk in Sindelfingen. In Paris stiegen Renault um gut neun Prozent und in Mailand Fiat um sechs Prozent. „Die Erleichterung ist groß, dass die US-Autobauer zumindest kurzfristig doch nicht pleitegehen werden“, sagte ein Händler.

Auch die Finanzwerte machten Boden gut - allen voran die Allianz-Aktien mit einem Plus von 12,6 Prozent auf 73,96 Euro. Die Aktien der Allianz-Beteiligung Hartford Financial legten in New York 15 Prozent zu, nachdem sie schon am Freitag ihren Kurs nach einem optimistischen Ausblick verdoppelt hatten. Zurückgekehrte Fusionsfantasie schob die Aktien der Deutschen Börse um elf Prozent auf 56,01 Euro an. Am Wochenende waren strategische Gespräche der Börse mit dem weltgrößten Börsenkonzern New York Stock Exchange Euronext (NYSE) über eine Fusion bekanntgeworden. In Paris zogen die Nyse Euronext-Aktien um 31 Prozent und in New York um über 20 Prozent an.

Zu den wenigen Verlierern zählten die Titel der Postbank mit einem Minus von drei Prozent. Später dementierte Gerüchte über nötige Staatshilfen hatten den Kurs zeitweise sogar um bis zu knapp sechs Prozent ins Minus gedrückt. Die Pläne Obamas zur Ankurbelung der US-Konjunktur schoben zudem die Stahlwerte an. ThyssenKrupp und Salzgitter gewannen elf Prozent beziehungsweise 10,5 Prozent dazu. Die Titel von Branchenführer ArcelorMittal stiegen in Paris sogar um knapp 18 Prozent.

Das Handelsvolumen im Dax stieg leicht auf 186 (Freitag 177) Mio. Aktien. Der Umsatz belief sich auf 4,7 (4,0) Mrd. Euro.

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