Marktbericht: Börse Frankfurt
Strohfeuer oder Trendwende im Dax?

Der Dax setzt seine kleine Rally fort und schließt über der 4 000 Punkte-Marke. Wieder einmal sind es die Banken, die den Index antreiben. Die Frage ist nur: Ist das schon die Wende zum Guten oder erleben wir nur ein Strohfeuer?

hac/HB FRANKFURT. Hoffnungen auf eine Erholung der US-Wirtschaft im kommenden Jahr haben am Montag die europäischen Aktienbörsen weiter angeschoben. Der Dax stieg um 2,3 Prozent auf 4 044 Punkte. Damit knüpfte er an die gute Entwicklung der Vorwoche an, als der Leitindex fast acht Prozent zugelegt hatte. Zudem schloss er erstmals seit dem 23. Februar wieder über der psychologisch wichtigen 4 000-Punkte-Marke. Händler beklagten aber das relativ geringe Umsatzvolumen. Das zeige, wie unsicher sich die meisten Anleger noch seien. Das Handelsvolumen im Dax rutschte auf 137 (Freitag 144) Mio. Aktien, der Umsatz auf 2,7 (3,1) Mrd. Euro.

Unterstützt wurde der Markt von der Hoffnung, die US-Wirtschaft könnte sich allmählich ihrer Talsohle näheren. US-Notenbankchef Ben Bernanke hält es für möglich, dass im nächsten Jahr eine Erholung der weltgrößten Volkswirtschaft einsetzt. Zudem wirkten die Äußerungen einiger Bankenmanager noch nach, wonach ihre Häuser gut ins neue Jahr gestartet sind.

An den US-Börsen lagen der Dow-Jones-Index zum Handelsschluss in Europa 1,6 Prozent und der S&P500 1,7 Prozent höher. Der Nasdaq-Composite war dagegen kaum verändert.

"Der Dax hatte das Level für eine strategische Wende erreicht - jetzt ist er außer Rand und Band", sagte Helaba-Marktanalyst Mirko Pillep angesichts der kleinen Rally im Laufe der Woche. Dies schaffe Potenzial für weitere Kursgewinne. Pillep fügte jedoch hinzu: "Es ist bislang nicht allzu viel frisches Geld zu sehen, erst wenn sich die Erholung verstetigt, könnte mehr daraus werden."

Dass der Dax die 4 000er-Marke heute überspringen konnte, macht Hoffnung. Wichtiger erscheint allerdings die Tatsache, dass der Index seine Gewinne überhaupt mehrere Tage in Folge halten und sogar ausbauen konnte. Nur so kehrt langsam das Vertrauen in den Markt zurück. Zumindest einen heftigen Absturz erwarten Experten nicht so schnell wieder. Einen Fall ins Bodenlose dürfte es nicht mehr geben, sagen etwa die Analysten der WestLB. Die jüngste Erholung lasse hoffen, dass der Tiefpunkt nicht mehr weit entfernt sei. Gleichwohl sei dies noch nicht der Auftakt zu einer nachhaltigen Rally.

Zu verdanken hat der Dax die Aufwärtsbewegung ausgerechnet den Banken. In der vergangenen Woche hatten unter anderem die US-Banken Citigroup, Bank of America und JP Morgan sowie hierzulande die Deutsche Bank ebenfalls von einem positiven Verlauf des Geschäfts in den ersten Monaten des Jahres gesprochen. Die Aktie der Citigroup legte in der vergangenen Woche mehr als 60 Prozent zu. Die Anteilsscheine der Bank of America gewannen auf Wochensicht sogar 80 Prozent. Fast schon bescheiden ging es dagegen im Dax zu: die Deutsche Bank kletterte um knapp 40 Prozent. Die Papiere der Commerzbank legten fast 15 Prozent zu.

Heute gehörten die Bankenwerte wieder zu den Gewinnern am Markt. Die Aktien der Deutschen Bank legten 4,8 Prozent zu, Commerzbank-Aktien gewannen 6,7 Prozent und Postbank-Papiere 3,2 Prozent. Positiv wirken auch Aussagen der britischen Barclays Bank. Wie die anderen Großbanken vorher sprach sie von einem guten Geschäft in den ersten Monaten des Jahres.

Während die Investoren bei Bankaktien - und auch bei zyklischen Werten - zugriffen, blieben zuvor als krisensicher angepriesene Papiere auf der Strecke. So verlor Gesundheitskonzern Fresenius Medical Care heute erneut 2,9 Prozent. Die Anleger scheinen umzudenken. Sie werden mutiger, schichten von defensiven Werten in riskantere Titel um. Statt sich vor schlechten Konjunkturdaten zu ängstigen, suchen sie offenbar wieder nach Chancen. Experten werten solche Trends als Anzeichen für eine Wende.

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