Marktbericht: Börse Frankfurt
US-Rettungspläne katapultieren Dax nach oben

Nach einer turbulenten Börsenwoche hat der deutsche Aktienmarkt mit einem Kursfeuerwerk auf den Rettungsplan der US-Regierung für die amerikanische Finanzbranche reagiert. Der Dax schloss am Freitag mit einem Plus von 5,56 Prozent auf 6189,53 Punkte.

HB FRANKFURT. Damit konnten die dramatischen Verluste im Laufe der Woche fast ausgeglichen werden, im Wochenvergleich stand damit nur noch ein Minus von 0,72 Prozent zu Buche. Der MDax gewann 5,38 Prozent auf 7819,17 Zähler. Der TecDax stand 5,05 Prozent höher bei 747,99 Punkten.

Nach der Zuspitzung der Finanzmarktkrise in den vergangenen Tagen arbeitet das US-Finanzministerium zusammen mit der Notenbank an einer weitreichenden Lösung. In einem ersten Schritt richtete der Staat eine Einlagensicherung für Geldmarktfonds ein. „Es kehrt ein Stück Vertrauen in die Märkte zurück“, sagte Analyst Olaf Kayser von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW).

Finanzwerte in ganz Europa schnellten mit zweistelligen Gewinnraten in die Höhe. Commerzbank stiegen mit plus 20,05 Prozent auf 15,87 Euro an die DAX-Spitze. Deutsche Bank-Aktien gewannen 14,36 Prozent auf 57,50 Euro. Die Aktien der Allianz legten um 12,43 Prozent auf 100,51 Euro zu.

Teilweise verlief der Handel extrem nervös. Aktien der Deutschen Börse rutschten am Nachmittag ohne fundamentale Neuigkeiten ins Minus, um dann nur noch mit einem Plus von 0,41 Prozent auf 63,75 Euro zu schließen. Aktien von Volkswagen gaben einen Teil ihrer kräftigen Wochengewinne ab und fielen mit minus 13,82 Prozent auf 262,00 Euro ans DAX-Ende. In den vergangenen vier Handelstagen stand dennoch ein Plus von 26 Prozent zu Buche. Analysten und Händler zeigten sich etwas ratlos: „Fundamental ist die Kursbewegung der Stammaktien nicht zu erklären“, sagte Robert Heberger von Merck Finck.

Die Aktien von ThyssenKrupp stiegen als zweitstärkster Wert im DAX um 18,38 Prozent auf 25,83 Euro. Im MDAX verteuerten sich Salzgitter um 14,22 Prozent auf 87,87 Euro. Die Titel profitierten laut Händlern weiterhin davon, dass der weltweite Marktführer ArcelorMittal seine Produktion zurückfahren will, um die Stahlpreise zu stützen. RWE gewannen 6,93 Prozent auf 65,23 Euro. Der Energiekonzern will die in Aussicht gestellte erhöhte Dividenden-Ausschüttungsquote nicht länger von der Platzierung einer Mehrheit von American Water am Markt abhängig machen. Außerdem will RWE nicht bei dem russischen Regionalversorger TGK-2 einsteigen.

In Europa fielen die Kursgewinne noch stärker aus. Der EuroSTOXX 50 stieg um 8,40 Prozent auf 3252,93 Zähler. Die Börsen in London und Paris verbuchten ebenfalls ein Plus von rund 9 Prozent. Der Dow- Jones-Index stand zu Börsenschluss in Europa rund 3,5 Prozent im Plus. Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 4,21 ( Donnerstag: 4,07) Prozent. Der Rentenindex REX fiel um 0,79 Prozent auf 116,53 Punkte. Der Bund Future verlor 1,10 Prozent auf 113,59 Zähler. Der Kurs des Euro fiel deutlich. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,4236 (Donnerstag: 1,4502) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,7024 (0,6896) Euro.

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