Marktbericht: Börse Frankfurt
VW-Rally treibt Dax über 4 800 Punkte

Der Höhenflug der Volkswagen-Aktie hat dem Dax am Dienstag starke Kursgewinne beschert. Der deutsche Leitindex beendete den Xetra-Handel mit einem Plus von 11,3 Prozent beziehungsweise 489 Punkten bei 4 823 Zählern.

HB FRANKFURT. Ohne die Aktie des Wolfsburger Automobilkonzerns hätte der Dax im Minus geschlossen, denn die VW-Aktie zog den Index um 647 Punkte hoch. Insgesamt wurden auf der Handelsplattform Xetra 482 (Vortag: 288) Millionen Dax-Aktien mit einem Volumen von 19,7 Milliarden Euro gehandelt. Dabei belief sich der Umsatz mit VW-Titeln auf 9,7 Milliarden Euro.

"Das ist pervers", kommtierte ein Händler das Marktgeschehen. "Das hat nichts mehr mit Börse zu tun". Weil Anleger, die auf fallende VW-Kurse gesetzt hatten, von dem steilen Anstieg der Aktie überrascht wurden und nachkaufen mussten, schossen VW zeitweise um 93 Prozent auf 1005 Euro und gingen mit einem Plus von 81,7 Prozent auf 945 Euro aus dem Handel.

Vielleicht liege die DZ-Bank mit ihrem fairen Wert von 911 Euro gar nicht mal so falsch, scherzte ein Händler. Er sieht durchaus noch Shorteindeckungsbedarf, was den Kurs grundsätzlich stützen könnte. Klar sei, dass die Hedge-Fonds ihr Engagement bei VW teuer zu stehen komme. Grundsätzlich sind sich die befragten Marktteilnehmer aber einig, dass eine Prognose über die weitere Entwicklung der Aktie, und damit auch des Dax, nicht möglich sei. Auch ein Festhalten an charttechnischen Marken mache bei den extremen Volatilitäten keinen Sinn mehr, heißt es.

Den übrigen 29 Dax-Werten bekam die VW-Rally gar nicht gut: Lange Zeit sei die Mehrheit der Tiel gefallen, weil VW steigen, hieß es am Markt. Die zeitweise hohen Verluste vieler Aktien begründen Händler übereinstimmend damit, dass sich Investoren von Dax-Titeln trennen mussten, um ihre Leerverkaufspositionen in VW einzudecken.

Die Deutsche Börse will aus den Turbulenzen keine Konsequenzen ziehen. "Da muss man den Markt gewähren lassen", sagte ein Sprecher der Börse am Dienstag. "Wir haben keine Rechtsverstöße beim Handel mit VW-Aktien festgestellt, es läuft alles nach den Regeln ab", betonte er. Die Börse werde sich an ihr Regelwerk halten, wonach Änderungen im Index außer der Reihe nur bei einem Streubesitz von weniger als fünf Prozent möglich sind. "Sonst wird das genauso unberechenbar."

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