Marktbericht: Börse New York
An der Wall Street kehrt Ernüchterung ein

Die Euphorie über den historischen Zinsschritt der Fed ist verflogen: Schlechten Quartalszahlen und schwacher Konjunkturaussichten haben die kräftige Zinssenkung vom Dienstag in den Hintergrund treten lassen. Die wichtigsten Leitindizes verbuchten am Mittwoch allesamt leichte Verluste.

HB NEW YORK. Der Zinsentscheid wurde am Mittwoch von einem unerwartet hohen Verlust der US-Großbank Morgan Stanley in den Hintergrund gedrängt. Auch Kursgewinne bei Einzelhändlern und Finanztiteln konnten den Negativtrend nicht stoppen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging nach seinem Höhenflug vom Vortag mit einem Minus von 1,1 Prozent bei 8824 Punkten aus dem Handel. Im Verlauf pendelte er zwischen 8778 und 8921 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index fiel ein Prozent auf 904 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,7 Prozent auf 1579 Stellen. Anleger am deutschen Aktienmarkt reagierten auf den überraschenden Schwenk der US-Notenbank zu einer Nullzinspolitik mit Sorge: Der Dax schloss 0,5 Prozent tiefer bei 4708 Zählern.

Die Fed hatte ihren Leitzins auf einen historischen Tiefstand gesenkt und sich damit im Kampf gegen die Rezession vorerst von der traditionellen Zinspolitik verabschiedet. Viele Börsianer befürchteten jedoch, dass die Notenbank ihr Pulver verschossen haben könnte. Alle seien heute mit einem Kater aufgewacht - und der Sorge, dass die Fed ihr Arsenal erschöpft habe, sagte Sal Arnuk, Händler bei Themis Trading.

Kräftige Kurseinbußen verzeichneten die Apple-Aktien. Grund war die Sorge um den Gesundheitszustand des Konzernchef Steve Jobs. Jobs wird nach Angaben des Computerherstellers nicht bei der bevorstehenden Fachkonferenz Macworld als Hauptredner auftreten werde. Das fachte auch Spekulationen an, Apple habe keine neuen Produkte vorzustellen. Die Apple-Aktien verloren 6,6 Prozent. Nach einer Herabstufung durch die Deutsche Bank gaben die Titel des Apple-Rivalen Microsoft 2,2 Prozent nach.

Energietitel litten unter dem erneuten Fall des Ölpreis. Die Opec verkündete zwar einen Rekord-Einschnitt bei der Förderung, dennoch gab der Preis deutlich nach und lag gegen Handelsschluss mehr als drei Dollar billiger bei knapp über 40 Dollar. Exxon-Papiere büßten 2,5 Prozent ein.

Gefragt waren dagegen Finanztitel. Obwohl Morgan Stanley im vierten Quartal operativ einen Fehlbetrag von 2,2 Mrd. Dollar verbuchte, zeigten die Anleger Interesse an den Aktien der Bank. Nach Verlusten von mehr als vier Prozent zu Handelsbeginn erholten sich die Papiere und schlossen 2,3 Prozent fester. Auftrieb gab ein Analysten-Kommentar, wonach sich die Abschläge bei der Bank nicht wiederholen würden.

Die Papiere der Bank Goldman Sachs, die am Dienstag gleichfalls einen Milliardenverlust vorgelegt hatte, verteuerten sich um 3,6 Prozent. Viele Investoren griffen in der Hoffnung zu, dass die Branche das Schlimmste überstanden habe.

Zu den großen Gewinnern bei den Einzelhändlern gehörte Macy's Inc. Die Aktie schoss mehr als 18 Prozent in die Höhe nach der Mitteilung, die Banken stellten dem Unternehmen wieder mehr Geld zur Verfügung.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,34 Mrd. Aktien den Besitzer. 1821 Werte legten zu, 1273 gaben nach und 94 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,13 Mrd. Aktien 1439 im Plus, 1335 im Minus und 143 unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 23/32 auf 113-28/32. Sie rentierten mit 2,183 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 63/32 auf 137-24/32 und hatten eine Rendite von 2,644 Prozent.

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