Marktbericht: Börse New York
Dämpfer für die Wall Street

Die Serie ist gerissen: Nach dem wochenlangen Aufwärtstrend haben die Händler an der Wall Street die Gewinne eingestrichen. Die Wall Street schloss deutlich im Minus, auch weil die Skepsis gegenüber den milliardenschwerer Kapitalerhöhungen in der Bankenbranche groß ist. Der Verlierer des Tages allerdings ist die Aktie der Opel-Mutter General Motors.

HBEW YORK. Skepsis wegen milliardenschwerer Kapitalerhöhungen in der Bankenbranche haben die US-Börsen am Montag ins Minus gedrückt. Nach dem wochenlangen Aufwärtstrend legten die Händler zudem eine Verschnaufpause ein und sicherten sich Gewinne. Angesichts einer immer wahrscheinlicher werdenden Insolvenz gerieten zudem die Aktien der Opel-Mutter General Motors massiv unter Druck.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,8 Prozent im Minus bei 8 418 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte er dabei zwischen 8 410 und 8 569 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 2,2 Prozent auf 909 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq notierte 0,5 Prozent tiefer bei 1 731 Punkten.

Nach Morgan Stanley und Wells Fargo kündigten auch die Institute U.S. Bancorp, Capital One Financial Corp und BB&T Corp die Platzierung von Stammaktien an. Mit der Kapitalerhöhung besorgen sie sich frisches Geld und wollen damit rasch Staatshilfen zurückzahlen. Die drei Banken sind dem Stress-Test der Regierung zufolge auch für den Fall einer Verschärfung der Rezession ausreichend kapitalisiert.

Morgan-Stanley-Aktien rutschten um 7,5 Prozent ab, der Kurs der Citigroup um vier Prozent. Capital One wurde mit einem Abschlag von fast zwölf Prozent regelrecht abgestraft, U.S.-Bancorp-Aktien verbilligten sich um zehn Prozent, BB&T-Aktien um 7,6 Prozent. „Es kommen viele Aktien auf den Markt, und es wird spannend, wie viel der Markt davon aufnehmen kann“, sagte Andre Bakhos von der Princeton Financial Group. In der vergangenen Woche hatten die Banken-Tests der Regierung und Optimismus über den Zustand der US-Wirtschaft die Börsen in die Höhe getrieben.

Die Anteilsscheine von GM brachen um über zehn Prozent ein. Konzernchef Fritz Henderson erklärte, eine Insolvenz des einst weltgrößten Autobauers werde immer wahrscheinlicher. Es gebe aber auch weiterhin die Chance, den Antrag auf Gläubigerschutz zu vermeiden. Für Opel will GM nach Angaben Hendersons noch im Mai einen Partner finden.

An der Technologiebörse Nasdaq wurden die Kurse zeitweise von optimistischen Aussagen des deutschen Softwareherstellers SAP gestützt. Co-Vorstandschef Leo Apotheker erklärte in New York, er erwarte einen Hoffnungsschimmer für die Weltwirtschaft in der zweiten Jahreshälfte 2009. Am Markt kursierten zudem Gerüchte, wonach Microsoft für den Walldorfer Konzern bieten könnte. Weder SAP noch Microsoft wollten sich dazu äußern. In New York lagen Microsoft-Aktien 0,5 Prozent im Minus, die Anteilsscheine von SAP schlossen in Frankfurt indes 2,85 Prozent höher und waren der größte Gewinner im Dax, die in New York gelisteten Aktien des Konzerns legten um 1,8 Prozent zu. Auch die Papiere von SAPs schärfstem Konkurrenten Oracle gingen an der Wall Street 1,3 Prozent höher aus dem Handel.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,49 Mrd. Aktien den Besitzer. 861 Werte legten zu, 2 179 gaben nach und 91 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,49 Mrd. Aktien 1087 im Plus, 1 637 im Minus und 98 unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen 99-21/32. Sie rentierten mit 3,1672 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten auf 101-10/32 und hatten eine Rendite von 4,1765 Prozent.

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