Marktbericht: Börse New York
Dow Jones schließt auf Zwölf-Jahres-Tief

Die US-Börsen haben am Montag aus Sorge vor einer weiteren Verschärfung der Wirtschaftskrise ihre dramatische Talfahrt fortgesetzt: Die Nachricht, dass der der ehemals weltgrößte Versicherer AIG nach einem Rekordverlust weitere Staatshilfen benötigt, drückte den Dow Jones und den Standard & Poor's-500-Index auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahrzehnt.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 4,2 Prozent im Minus bei 6763 Punkten und damit erstmals seit Mai 1997 unter 7000 Punkten. Im Handelsverlauf hatte er zwischen 6755 und 7058 Zählern notiert. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 4,7 Prozent auf 700 Zähler. Kurz vor Handelsschluss war er erstmals seit Oktober 1996 vorübergehend unter die 700-Punkte-Marke gefallen. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank um knapp vier Prozent auf 1322 Punkte. Die New Yorker Märkte spiegelten dabei auch den Trend in Europa wieder, wo die wichtigsten Indizes drei Prozent oder mehr verloren: In Frankfurt schloss der Dax 3,5 Prozent tiefer bei 3710 Punkten.

Für Unbehagen unter den Börsianern sorgte vor allem der von AIG vorgelegte größte Verlust der Wirtschaftsgeschichte: Innerhalb von drei Monaten verlor der Versicherer fast 62 Mrd. Dollar, innerhalb eines Jahres waren es sogar 100 Mrd. Dollar. Das Finanzministerium und die Notenbank urteilten, ein Kollaps habe wegen der verängstigten Finanzmärkte unabsehbare Folgen. Deshalb stellten die Behörden AIG zum dritten Mal innerhalb weniger Monate mehrere Mrd. Dollar zur Verfügung.

Zu den größten Verlieren zählten Finanzwerte: Die Aktien der Bank of America stürzten acht Prozent ab. Die Papiere von JPMorgan fielen 7,4 Prozent, die von Goldman Sachs gaben 5,3 Prozent nach. AIG-Aktien schlossen dank der neuen Staatshilfen unverändert bei 42 Cent. Die Anleger waren erleichtert, dass damit die Gefahr neuer Herabstufungen durch die Ratingagenturen abgewendet wurde.

Wegen eines deutlichen Ölpreisrückgangs verbuchten auch die Energiewerte Verluste. Exxon-Aktien schlossen 4,4 Prozent im Minus, Chevron-Papiere 5,1 Prozent tiefer. Der Preis für US-Leichtöl gab auf dem Terminmarkt knapp fünf Dollar oder zehn Prozent auf rund 40 Dollar je Barrel nach.

Bei den Technologiewerten fielen die Titel des BlackBerry-Herstellers Research in Motion um 7,7 Prozent. Die Aktien des Chipherstellers Spansion fielen um 60,6 Prozent, nachdem der Konzern Gläubigerschutz anmelden musste.

Für einen weiteren Dämpfer sorgte eine Äußerung von US-Starinvestor Warren Buffett, wonach die Wirtschaft für den Rest des Jahres „ein Durcheinander“ sein wird. Ein Lichtblick lieferten dagegen neue Konjunkturdaten: Die Kauflaune der US-Verbraucher besserte sich zu Jahresbeginn erstmals seit sechs Monaten wieder. Die Konsumausgaben stiegen im Januar um 0,6 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,98 Mrd. Aktien den Besitzer. 185 Werte legten zu, 2934 gaben nach und 49 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,31 Mrd. Aktien 304 im Plus, 2435 im Minus und 102 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 38/32 auf 98-29/32. Sie rentierten mit 2,879 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 51/32 auf 97-28/32 und hatten eine Rendite von 3,618 Prozent.

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