Marktbericht Börse New York
Energieschub sorgt für Plus an US-Börsen

Energieaktien haben die Wall Street am Dienstag im Plus schließen lassen. Eine Liste mit gefährdeten Banken im Sog der Kreditkrise belastete jedoch wieder einmal den gebeutelten Finanzsektor. Das Protokoll der jüngsten Sitzung der US-Notenbank Fed fachte den Pessimismus über die wirtschaftliche Entwicklung weiter an.

HB NEW YORK. Die Fed war bei ihrer Sitzung im August von einer weiteren Abkühlung der US-Wirtschaft ausgegangen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte 0,23 Prozent auf 11 412 Punkte zu. Im Handelsverlauf bewegte er sich zwischen 11 383 und 11 436 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um 0,37 Prozent auf 1271 Zähler. Der Nasdaq-Composite ging allerdings um 0,15 Prozent auf 2361 Zähler zurück.

Die US-Börsen hatten sich im Handelsverlauf über weite Strecken uneinheitlich gezeigt. Die Furcht, dass der zu einem Hurrikan hochgestufte Tropensturm „Gustav“ die Ölföderung im Golf von Mexiko behindern könnte, ließ den Ölpreis wieder steigen. Aktien von Energiefirmen wie Exxon Mobil legten daraufhin zu. Papiere von Unternehmen, die stark vom Ölpreis abhängig sind wie etwa Fluggesellschaften, gaben dagegen nach.

Von der Konjunkturseite kamen gemischte Signale für den Aktienmarkt. Die überraschend deutliche Verbesserung des US-Verbrauchervertrauens gab dem Markt einige positive Impulse. Die US-Immobilienkrise ist jedoch noch lange nicht ausgestanden. Dem angesehene Hauspreisindex von Standard & Poor's/Case Shiller zufolge fielen die Preise von Einfamilienhäusern im Juni im Vergleich zum Vorjahr weiter im Rekordtempo. Allerdings fiel der Rückgang nicht ganz so stark aus wie erwartet. Auch die Nachfrage nach neuen Eigenheimen blieb nach Angaben des Handelsministeriums schwach. Die Zahl der verkauften Einfamilienhäuser stieg im Juli gegenüber Juni aber um zwei Prozent an.

Auf den Finanzwerten lastete am Dienstag eine Liste des US-Einlagensicherungsfonds, wonach 117 Banken am Ende des zweiten Quartals mit Problemen belastet sind. Am Ende des ersten Quartals waren es nur 90 Institute. „Wir hatten schon ein paar Ausfälle, deshalb hat diese Liste viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen“, sagte Analyst Peter Kenny von Knight Equity Marktes. Am Aktienmarkt gehörten Merrill Lynch und Washington Mutual zu den Verlierern. Zu den Gewinnern an der Wall Street zählten jedoch wieder die zuletzt stark gebeutelten Aktien der US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac. Spekulationen, dass eine Verstaatlichung den Wert für Aktionäre nicht ausradieren würde, ließ Investoren wieder einsteigen. Fundamentale Gründe lägen für die Käufe der Aktien nicht vor, sagte Investment-Stratege Mark Coffelt von Texas Capital Value Funds. Fannie-Papiere legten über acht Prozent und Freddie-Anteilsscheine um über 20 Prozent zu. An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,86 Mrd. Aktien den Besitzer. 1961 Werte legten zu, 1145 gaben nach und 96 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,47 Mrd. Aktien 1520 im Plus, 1296 im Minus und 160 unverändert. An den US-Kreditmärkten blieben die zehnjährigen Staatsanleihen unverändert bei 101-24/32. Sie rentierten mit 3,786 Prozent. Die 30-jährigen Bonds sanken 2/32 auf 101-22/32 und hatten eine Rendite von 4,396 Prozent.

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