Marktbericht Börse New York
Furcht vor Bankenpleiten belastet US-Börsen

Wachsende Angst vor neuen Bankpleiten und Zweifel an der Erholung der Konjunktur haben am Dienstag die New Yorker Aktienmärkte schwer belastet. Börsianern zufolge streuten Hedge-Fonds Gerüchte, dass eine Bank vor der Zahlungsunfähigkeit stehe. Die wichtigsten Indizes rutschen etwa zwei Prozent ab, besonders Bankwerte standen auf der Verliererseite.

HB NEW YORK. "Die Probleme im Finanzsektor sind noch lange nicht gelöst. Sie waren nur eine Weile von den Regierungspaketen verdeckt", warnte Keith Springer von Capital Financial Advisory Services. Zudem äußerten Börsianer trotz kräftiger Konjunkturdaten die Furcht, dass die jüngsten Kursgewinne noch lange nicht durch die wirtschaftliche Realität gedeckt seien. "Die Rally hat bereits einen Großteil dieses erwarteten Wirtschaftswachstums vorweggenommen", erläuterte Alan Lancz von Alan B. Lancz & Associates in Ohio. Seit Anfang März hat der S&P-500-Index um 50 Prozent zugelegt.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte rutschte bis zum Handelsende um 2,0 Prozent auf 9310 Punkte ab, nachdem er im Verlauf zwischen 9292 und 9557 Zählern geschwankt hatte. Der breiter gefasste S&P-500 verlor sogar 2,2 Prozent auf 998 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 2,0 Prozent auf 1968 Punkte nach. In Frankfurt schloss der Dax bei 5327 Punkten 2,5 Prozent schwächer.

Der KBW-Index der Bankenwerte brach um knapp sechs Prozent ein. Unter den Schwergewichten gaben etwa die Titel der Citigroup neun Prozent nach, die Anteilsscheine des Versicherers AIG stürzten gar um mehr als 20 Prozent ab. Die Aktien des krisengeschüttelten Mittelstandsfinanzierers CIT fielen um 15 Prozent, weil die Bank die Zahlung von Zinsen auf ihre Schulden verschieben musste. Die Papiere der Bank of America büßten mehr als sechs Prozent ein, obwohl das "Wall Street Journal" berichtet hatte, dass das Geldhaus mit der Rückzahlung von Staatshilfen beginnen wolle.

Neue Belege für eine konjunkturelle Wende konnten nur im frühen Handel kurzzeitig Zuversicht verbreiten. Der an den Finanzmärkten viel beachtete Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager stieg überraschend deutlich auf 52,9 von 48,9 Punkten im Vormonat und signalisierte damit erstmals seit Anfang vergangenen Jahres wieder Geschäftszuwächse in der Industrie. Die Anleger honorierten dies zunächst mit Kursgewinnen im frühen Handel, bevor die Talfahrt einsetzte.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,63 Mrd. Aktien den Besitzer. 512 Werte legten zu, 2539 gaben nach und 83 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,76 Mrd. Aktien 563 im Plus, 2139 im Minus und 91 unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 09/32 auf 102-05/32. Sie rentierten mit 3,37 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gaben dagegen 07/32 auf 105-07/32 nach und hatten eine Rendite von 4,19 Prozent.

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