Marktbericht: Börse New York
Häusermarkt belastet Wall Street

Schlechte Nachrichten vom US-Immobilienmarkt haben am Dienstag die US-Börsen belastet: Die Zahl der Wohnbaubeginne befindet sich überraschend auf tiefstem Stand seit 50 Jahren. Auf die Ankündigung der US-Banken, die staatlichen Hilfen schnell zurückzahlen zu wollen, reagieren Finanztitel unterschiedlich. Technologieaktien legten gegen den Trend zu.

HB NEW YORK. Die Zahl der Wohnbaubeginne brach im April überraschend um 12,8 Prozent auf den tiefsten Stand seit 50 Jahren ein. Eine baldige Besserung ist nicht in Sicht, da auch die Zahl der Baugenehmigungen auf ein Rekordtief fiel. Begrenzt wurden die Verluste durch Zugewinne bei großen Energie- und Technologiefirmen, die für ein Kursplus bei der Nasdaq sorgten.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss nach einem wechselhaften Handel 0,3 Prozent im Minus bei 8474 Punkten, wobei er zwischen 8463 und 8538 Zählern pendelte. Der breiter gefasste S&P-500 fiel um 0,2 Prozent auf 908 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte dagegen 0,1 Prozent auf 1734 Stellen zu. In Frankfurt übersprang der Dax zeitweise die Marke von 5000 Punkten und schloss am Ende 2,2 Prozent höher bei 4959 Punkten.

In New York waren die Daten vom Immobilienmarkt eine kalte Dusche für die Anleger: Erst am Montag hatte die Hoffnung auf eine Trendwende am Immobilienmarkt der Wall Street kräftige Gewinne beschert. "Der Markt hatte sich ein Indiz dafür versprochen, dass die Talfahrt in dieser für die Wirtschaft so wichtigen Branche nachlässt", sagte Anlage-Stratege Peter Kenny. Seine Kollegin Linda Duessel nahm die Daten dagegen gelassen auf. Angesichts vieler leerstehender Häuser, die zum Verkauf stehen, sei der Einbruch bei Neubauten nicht dramatisch.

Die Titel der Baumarktkette Home Depot standen mit einem Minus von 5,3 Prozent auf der Verliererseite, obwohl der Konzern seinen Gewinn im Auftaktquartal steigerte. Anleger hatten jedoch auf noch bessere Zahlen gesetzt, nachdem Rivale Lowe's am Montag mit seiner Bilanz positiv überrascht hatte. Dagegen steckte die Aktie des Bauunternehmens D.R. Horton die Negativrekorde gut weg und gewann 1,8 Prozent.

Auch bei den Finanztiteln ergab sich ein gemischtes Bild. Mehrere Banken haben die Erlaubnis zur Rückzahlung von staatlichen Hilfen beantragt, was Branchenexperten als Hinweis darauf werteten, dass der Höhepunkt der Finanzkrise vorüber ist. Morgan-Stanley-Titel legten 2,2 Prozent zu. Die Papiere von JP Morgan, dessen Chef mit der baldigen Rückzahlung von Staatsgelder rechnet, verloren dagegen 3,9 Prozent. Die Anteilsscheine von American Express stürzten sogar 5,1 Prozent ab. Der Konzern hatte mitgeteilt, angesichts wachsender Kreditausfälle weitere 4000 Arbeitsplätze zu streichen.

Zu den Gewinnern gehörten dagegen Großunternehmen aus dem Technologiesektor. Die Aktie des iPod-Herstellers Apple gewann 0,6 Prozent, die des Chipgiganten IBM 0,9 Prozent. Die Papiere des weltgrößten PC-Herstellers HP, der nach Börsenschluss Zahlen vorlegte, beendeten den Handel mit einem Plus von 2,4 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,35 Mrd. Aktien den Besitzer. 1806 Werte legten zu, 1219 gaben nach und 104 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,11 Mrd. Aktien 1348 im Plus, 1315 im Minus und 151 unverändert. An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 4/32 auf 99-00/32. Sie rentierten mit 3,243 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 12/32 auf 100-23/32 und hatten eine Rendite von 4,207 Prozent.

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