Marktbericht: Börse New York
Hilfspaket schiebt den Dow an

Die US-Börsen haben wegen des 800 Milliarden Dollar schweren Hilfspakets der Notenbank Fed überwiegend fester geschlossen. Nach sehr volatilem Handel waren es vor allem Schwergewichte wie die US-Bank JPMorgan, die den Dow Jones und den S&P-500 am Dienstag gegen Ende wieder ins Plus hoben.

HB NEW YORK. Technologiewerte tendierten dagegen im Minus. Die Anleger sorgen sich, die Verbraucher könnten wegen der Wirtschaftsflaute auch deutlich weniger Geld für Elektronik ausgeben. Einen weiteren Hinweis dafür lieferte auch die Nachricht, dass der Netzwerkausrüster Cisco die meisten seiner Mitarbeiter in Nordamerika in einen fünftägigen Zwangsurlaub schicken will.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte beendete den Handel 0,4 Prozent im Plus bei 8479 Punkten, nachdem er im Verlauf zwischen 8281 und 8607 Zählern gependelt war. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um 0,6 Prozent auf 857 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,5 Prozent auf 1464 Stellen.

Für Aufsehen am Markt sorgte die Nachricht, dass die Notenbank Fed mit rund 800 Milliarden Dollar die stockende Vergabe von Konsum- und Immobilienkrediten wieder in Schwung bringen will. Experten zeigten sich optimistisch, dass das Paket den Immobilienmarkt merklich stützen wird. Weil es für die verstaatlichten Hypotheken-Institute Fannie Mae und Freddie Mac zuletzt schwer war, ihre Schulden zu verkaufen, konnten sie Banken nicht mehr so viele Hypotheken abkaufen. Dies hatte den US-Immobilienmarkt zusätzlich belastet, weil die Banken deswegen zurückhaltender bei der Hypothekenvergabe wurden.

Weiter im Blick der Anleger war die Citigroup. Die US-Regierung hatte am Sonntag mitgeteilt, die einst weltgrößte Bank mit einem 300-Milliarden-Dollar-Paket vor dem Kollaps bewahrt zu haben. Die Citigroup-Aktie legte daher am Montag knapp 60 Prozent zu. Am Dienstag baute sie ihre Gewinne weiter aus und stieg 2,2 Prozent. Die Aktie des Konkurrenten JPMorgan verteuerte sich um acht Prozent. Dabei hatte die US-Einlagensicherung FDIC zuvor eine düstere Prognose für die Branche abgegeben: Demnach ist noch mit weiteren Bankenpleiten zu rechnen. Die Verluste durch in Verzug geratene Kredite nähmen vor allem im Bereich Konsumentendarlehen stetig zu, hieß es. Zu den Verlieren zählten Technologiewerte: Die Aktie des BlackBerry-Herstellers Research in Motion gab 8,3 Prozent nach. Die Papiere von Cisco fielen nach der Meldung über den Zwangsurlaub für die Belegschaft um knapp sechs Prozent. Kursverluste verzeichneten auch die Papiere von Hewlett-Packard. Sie fielen um 5,9 Prozent, obwohl der weltgrößte PC-Hersteller seine Marktanteile in allen Geschäftsfeldern zuletzt ausbauen konnte.

Die Aktuellen Konjunkturdaten fielen gemischt aus: Während das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA nach revidierten Zahlen im dritten Quartal kräftiger als bislang angenommen schrumpfte, verbesserte sich zuletzt das Vertrauen der US-Verbraucher in die wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,88 Milliarden Aktien den Besitzer. 2153 Werte legten zu, 1005 gaben nach und 62 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,49 Milliarden Aktien 1529 im Plus, 1195 im Minus und 126 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 27/32 auf 103-12/32. Sie rentierten mit 2,025 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 65/32 auf 105-18/32 und hatten eine Rendite von 3,095 Prozent.

(Büro New York; bearbeitet von Nicholas Brautlecht; redigiert von Ralf Bode) REUTERS

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