Marktbericht: Börse New York
Konjunkturängste reißen US-Börsen nach unten

Der Konjunkturpessimisus ist an die Wall Street zurückgekehrt und hat die US-Börsen am Montag in die Tiefe gerissen. Dow Jones und S&P verbuchten den höchsten Tagesverlust seit knapp sieben Wochen. Noch schlimmer sah es für den Nasdaq aus.

HB NEW YORK. Sorgen über die Kraft der wirtschaftlichen Erholung haben die US-Börsen am Montag auf Talfahrt geschickt. Dow und S&P verbuchten ihren höchsten Tagesverlust seit knapp sieben Wochen, die Nasdaq rutschte so stark ab wie seit dem 22. Juni nicht mehr. Die Anleger beunruhigten vor allem Konjunkturdaten aus Japan: Die zweitgrößte Volkswirtschaft befreite sich im Frühjahr zwar aus der Rezession, Volkswirte warnten aber, die Erholung könnte zäh verlaufen. Hoffnungen auf eine schnelle Erholung trübte zudem ein pessimistischer Ausblick der zweitgrößten US-Baumarktkette Lowe's.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte rutschte zwei Prozent ab auf 9135 Punkte. Im Verlauf pendelte er zwischen 9 116 und 9 313 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 2,4 Prozent auf 979 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stürzte gar 2,75 Prozent auf 1 930 Punkte ab.

Die Daten aus Japan lösten den Kursrutsch aus, wie Stephen Massocca von Wedbush Morgan sagte. Dank der weltweiten Konjunkturpakete beendete die japanische Wirtschaft im zweiten Quartal ihren längsten Abschwung seit dem Zweiten Weltkrieg. Volkswirte blieben aber skeptisch, da das Auslaufen der Programme die Exportwirtschaft des Landes erneut belasten könnte.

„Hinzu kommt, dass die Leute auf die Aktien blicken und sehen, dass sie sehr teuer sind. Von den Basisdaten zur Wirtschaft kommt keine Unterstützung“, sagte Massocca weiter. Bei vielen Börsianer wirkten noch die enttäuschenden Zahlen aus den USA zum Einzelhandel und Verbrauchervertrauen aus der Vorwoche nach. Positive US-Konjunkturdaten vom Montag konnten die Stimmung nur schwach verbessern. Das viel beachtete Barometer für die Entwicklung des Verarbeitenden Gewerbes in der Schlüsselregion New York signalisierte erstmals seit April 2008 wieder Wachstum.

Auf den Verkaufslisten der Börsianer ganz oben standen die Lowe's-Anteilscheine mit einem Minus von 10,3 Prozent. Der Eigenheimausstatter verbuchte im zweiten Quartal einen kräftigen Gewinneinbruch. Zudem blieb die Baumarktkette mit ihrem Ausblick unter den Erwartungen und enttäuschte die Anleger mit einem verlangsamten Expansionskurs. Im Lowe's-Schlepptau verlor die Aktie von Branchenprimus Home Depot 3,8 Prozent.

Auf der Seite der Verlierer standen Banken- und Energietitel, die bei Konjunktursorgen zuerst verkauft werden. Die Aktien der Bank of America büßten beispielsweise knapp fünf Prozent ein. Die Dividendenpapiere von Citigroup fielen um 0,9 Prozent. Goldman Sachs gaben 3,4 Prozent nach. Analysten zufolge heizte die Schließung der Colonial Bank vom Freitag - die bislang größte US-Bankenpleite in diesem Jahr - das Verkaufsfieber bei Finanztiteln weiter an.

Bei Rohstoffwerten verbilligten sich Newmont Mining-Titel nach einem Rückgang der Metallpreise um 4,6 Prozent. Energieriesen verbilligten sich mit dem Ölpreis, der um 1,3 Prozent auf 66,66 Dollar je Barrel nachgab. So verlor ConocoPhilips 3,2 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,22 Mrd. Aktien den Besitzer. 336 Werte legten zu, 2 728 gaben nach und 59 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,94 Mrd. Aktien 469 im Plus, 2 184 im Minus und 78 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 29/32 auf 101-10/32. Sie rentierten mit 3,468 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 57/32 auf 103-01/32 und hatten eine Rendite von 4,319 Prozent.

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