Marktbericht: Börse New York
Mega-Übernahme belastet US-Börsen

Eine milliardenschwere Übernahme in der Pharmabranche hat der Wall Street am Montag Verluste beschert. Händler bewerteten den Kauf von Schering-Plough durch den US-Pharmariesen Merck angesichts unsicherer Aussichten für die Branche zurückhaltend.

HB NEW YORK. Im Zuge eines Ausverkaufs von Google-Aktien und anderen Technologiewerten fiel der Nasdaq-Index auf den tiefsten Stand seit über sechs Jahren. Begrenzt wurden die Verluste durch Zugewinne bei Energie- und Finanztiteln.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor 1,2 Prozent auf 6547 Punkte. Dabei pendelte er zwischen 6516 und 6709 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500 gab ein Prozent auf 676 Zähler nach. Die Nasdaq fiel knapp zwei Prozent auf 1268 Punkte - der tiefste Stand seit Oktober 2002. Der Dax in Frankfurt schloss 0,7 Prozent im Plus bei 3692 Punkten.

In New York war die geplante Übernahme von Schering-Plough durch den größeren Rivalen Merck für rund 41 Mrd. Dollar Hauptgesprächsthema. „Es ist ein Geschäft von zwei Firmen, die mit einem rückläufigen Markt kämpfen“, sagte Analyst Arthur Hogan. Dies zeige, dass die Rezession selbst vergleichsweise konjunkturunabhängige Sektoren wie die Pharmabranche belaste. Hogan rechnet mit weiteren Übernahmen.

Einzig die Papiere von Übernahme-Ziel Schering-Plough profitierten von der Transaktion und schossen 14,2 Prozent nach oben. Merck-Aktien brachen dagegen um 7,7 Prozent ein und zogen auch andere Unternehmen aus der Branche nach unten. So verloren die Aktien von Johnson & Johnson 2,9 Prozent und Pfizer-Titel 0,8 Prozent.

Unter Druck geriet auch die IT-Branche. Die Aktien des Suchmaschinenbetreibers Google stürzten um 5,7 Prozent ab. Die Papiere des Konkurrenten Yahoo schlossen drei Prozent im Minus, die des weltgrößten Softwarekonzerns Microsoft verloren 0,9 Prozent.

Bei den Finanztiteln waren die Aktien von Bank of America und Wells Fargo die größten Gewinner. Die Papiere Bank of America legten 19,4 Prozent zu, nachdem die Wirtschaftszeitung „Barron's“ berichtet hatte, dem Institut gehe es deutlich besser als dem kürzlich teilverstaatlichten Rivalen Citigroup. Star-Investor Warren Buffett sagte, Wells Fargo werde nach der Kreditkrise „besser denn je“ dastehen, was den Aktienkurs der Bank um 15,8 Prozent nach oben trieb.

Auch andere Finanztitel drehten nach anfänglichen Verlusten ins Plus. Die Papiere von Citigroup schlossen 1,9 Prozent fester. Börsianer hoffen nach einem Treffen von Notenbank-Chef Ben Bernanke und Präsident Barack Obama auf mehr Klarheit über weitere Rettungsmaßnahmen für den Bankensektor.

Händler betonten jedoch, es herrsche nach wie vor große Skepsis bezüglich einer Erholung des Bankensystems. Erst kürzlich hatten sich führende Republikaner dafür ausgesprochen, einige angeschlagene Großbanken bankrott gehen lassen anstatt sie mit weiteren Staatsgeldern zu stützen. Die USA dürften es nicht Japan nachmachen, das in den 1990er Jahren durch Hilfen für strauchelnde Banken seinen wirtschaftlichen Niedergang verlängert habe, sagte Senator Richard Shelby am Sonntag.

Energietitel profitierten von dem steigenden Ölpreis. Ein Fass US-Leichtöl verteuerte sich um über drei Prozent auf 47,08 Dollar. Die Papiere von Exxon legten daraufhin 0,8 Prozent zu. „In Zukunft wird es immer wichtiger, Energie und Material zu sparen“, sagte Analyst Peter Jankovskis. „Um das zu erreichen, müssen die Firmen mehr in Technologie investieren und der Sektor wird profitieren.“ Die Papiere von General Electric legten knapp fünf Prozent zu.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,56 Mrd. Aktien den Besitzer. 888 Werte legten zu, 2207 gaben nach und 77 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,06 Mrd. Aktien 752 im Plus, 1941 im Minus und 170 unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 03/32 auf 100-21/32. Sie rentierten mit 2,519 Prozent. Die 30-jährigen Bonds fielen leicht um 01/32 auf 98-28/32 und hatten eine Rendite von 2,881 Prozent.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%