Marktbericht: Börse New York
US-Börsen brechen zum Wochenauftakt ein

Die US-Aktienmärkte sind mit deutlichen Verlusten in die Handelswoche gestartet. Insbesondere Finanzwerte mussten Federn lassen. Zur negativen Stimmung trug vor allem Bank of America bei, die mit rasant steigenden Kreditausfällen zu kämpfen hat und gut 24 Prozent an Börsenwert verlor.

HB NEW YORK. Im Mittelpunkt des Börsengeschehens standen aber auch die Aktien von Sun Microsystems, die nach dem überraschenden Kauf des Konzerns durch den SAP-Konkurrenten Oracle um knapp 37 Prozent in die Höhe schossen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Handelsverlauf 7840 und 8128 Punkten. Er schloss mit einem Minus von 3,6 Prozent bei 7841 Zählern nahezu auf Tagestief. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 4,3 Prozent auf 832 Stellen. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank 3,9 Prozent auf 1608 Punkte. Der Deutsche Aktienindex (Dax) ging mit einem Minus von 4,1 Prozent auf 4486 Punkten aus dem Handel.

Auf der Verliererseite standen die Finanzwerte wie vor allem Bank of America. Das Institut hatte zwar zu Jahresanfang seinen Gewinn dank Anteilsverkäufen und einer Trendwende bei der Tochter Merrill Lynch auf 4,2 Mrd. Dollar mehr als verdoppelt. Der US-Branchenprimus legte jedoch wegen der steigenden Kreditausfälle zusätzlich 6,4 Mrd. Dollar beiseite und erklärte, die Kreditqualität habe sich in allen Geschäftsfeldern verschlechtert. Bank-of-America-Aktien verloren 24,3 Prozent auf 8,02 Dollar.

„Der Markt hat den Eindruck, dass es im Finanzsektor anhaltende Probleme gibt“, sagte Peter Kenny von Knight Equity Markets. „Dieses Gefühl dürfte die Börsen in den kommenden Quartalen weiter belasten.“ Für zusätzlich schlechte Stimmung sorgte eine Studie von Goldman Sachs, die auch bei der Citigroup vor steigenden Belastungen im Kreditgeschäft warnt. Die Dividendenpapiere von Citigroup fielen um 19,5 Prozent auf 2,94 Dollar.

Dabei hatte zuletzt die unerwartet zügige Geschäftserholung bei vielen Banken an den Börsen die Hoffnung auf ein Ende der Finanzkrise geschürt. Doch diese schienen am Montag ein jähes Ende zu finden: „Der Markt ist aufgewacht und hat verstanden, dass die Finanzinstitute noch nicht aus dem Gröbsten heraus sind“, sagte Stephen Massocca von Webush Morgan.

Im Blick war auch der Serverhersteller Sun Microsystems, der nach dem Platzen der Fusionsgespräche mit IBM nun überraschend von Oracle für rund 7,4 Mrd. Dollar geschluckt wird. Oracle-Anleger reagierten auf den Kauf angesichts der schwachen Sun-Geschäftszahlen alles andere als euphorisch: Der Aktienkurs fiel um 1,3 Prozent auf 18,82 Dollar. Oracle bietet 9,50 Dollar pro Sun-Aktie. Deren Papiere stiegen 37 Prozent auf 9,15 Dollar.

Die Aktien des Spielwarenherstellers Hasbro verbilligten sich nach Bekanntgabe eines Gewinnrückgangs um 2,7 Prozent.

Ebenfalls auf den Verkaufslisten standen die Anteilsscheine des US-Getränkeherstellers PepsiCo mit einem Minus von 4,4 Prozent, obwohl das Unternehmen unerwartet gute Zahlen präsentiert hatte. Der Konzern teilte am Montag zudem mit, seine zwei größten Abfüllbetriebe für rund sechs Mrd. Dollar komplett übernehmen zu wollen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,8 Mrd. Aktien den Besitzer. 295 Werte legten zu, 2800 gaben nach und 46 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 3,1 Mrd. Aktien 444 Titel im Plus, 2257 im Minus und 100 unverändert.

Die zehnjährigen Staatsanleihen legten im späten Handel auf 99-05/32 Punkte zu. Sie rentierten mit 2,8488 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gewannen auf 96-17/32 Zähler. Dabei ergab sich eine Rendite von 3,6918 Prozent.

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