Marktbericht: Börse New York
US-Börsen ignorieren schwache Daten

Die Hoffnung auf schnelle Schritte zur Ankurbelung der US-Konjunktur haben den New Yorker Börsen am Freitag zu kräftigen Gewinnen verholfen.

HB NEW YORK. Anleger setzten am letzten Handelstag der Woche darauf, dass die unerwartet schlechten Arbeitsmarktdaten Präsident Barack Obama und andere Entscheidungsträger zu einem schnellen Handeln veranlassten. Hohe Erwartungen hefteten die Anleger auch an den Bankenrettungsplan, den die Regierung am Montag vorstellen will.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 2,7 Prozent fester bei 8 280 Punkten, nachdem er im Handelsverlauf zwischen 8 052 und 8 312 Zählern gependelt war. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 2,7 Prozent auf 868 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg 2,9 Prozent auf 1 591 Punkte. Für die gesamte Handelswoche ergibt sich damit ein Plus von 3,5 Prozent beim Dow, von 5,2 Prozent beim S&P und von 7,8 Prozent beim Nasdaq-Index.

Schlechte Nachrichten kamen vom Arbeitsmarkt. Die amerikanischen Unternehmen strichen im Januar so viele Stellen wie seit 34 Jahren nicht mehr. Insgesamt fielen 598.000 Jobs außerhalb der Landwirtschaft weg. Das ist der stärkste Rückgang seit Dezember 1974. Analysten hatten lediglich einen Rückgang um 525.000 erwartet. Die Arbeitslosenquote erreichte mit 7,6 Prozent das höchste Niveau seit mehr als 16 Jahren. Die Entwicklung am Arbeitsmarkt gilt als entscheidend für die Konsumausgaben, die rund zwei Drittel der Wirtschaftsleistung in den USA ausmachen.

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Die Hoffnung auf den Bankenrettungsplan des neuen Finanzministers Timothy Geithner trieb die Finanztitel nach oben. Die Papiere von JPMorgan schlossen 12,6 Prozent in die Höhe. Mehr als 26,7 Prozent legten die Aktien der Bank of America zu. Grund für die Euphorie bei den Anlegern waren Äußerungen von Konzernchef Kenneth Lewis. Im US-Fernsehen erklärte er, dass die Bank keine weiteren staatlichen Finanzmittel benötige. Bei den Technologiewerten im Plus lagen die Papiere von IBM. Sie gewannen 4,6 Prozent.

Die Anleger blickten zudem auf eine Reihe neuer Quartalsberichte. Der weltgrößte Versicherungsmakler Aon verbuchte im vierten Quartal wegen Restrukturierungs- und Akquisitionskosten einen starken Einbruch beim Nettogewinn, übertraf jedoch mit seinem Ergebnis vor Sonderposten die Erwartungen der Analysten. Aon-Aktien schossen um gut elf Prozent in die Höhe.

Rupert Murdochs News Corp rutschte im abgelaufenen Quartal netto tief in die roten Zahlen. Abschreibungen in Höhe von 8,4 Milliarden Dollar unter anderem auf die Übernahme des „Wall Street Journal“-Herausgebers Dow Jones führten bei dem Medienkonzern zum größten Reinverlust seiner Geschichte in einem Quartal. News Corp-Aktien schlossen dennoch 0,6 Prozent fester.

Die Papiere der Hartford Financial Services Group verloren nach einem Quartalsverlust dagegen um knapp 16 Prozent. An dem US-Lebens- und Sachversicherer ist die Allianz beteiligt. Zu den Verlierern zählte auch die Aktie von Biogen Idec. Das Biotechunternehmen steigerte zwar seinen Quartalsgewinn, senkte aber eine Wachstumsprognose für eines seiner Schlüsselmedikamente. Die Aktie verlor 1,5 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,61 Milliarden Aktien den Besitzer. 2551 Werte legten zu, 538 gaben nach und 63 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,41 Milliarden Aktien 2023 im Plus, 654 im Minus und 145 unverändert.

An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 23/32 auf 106-12/32. Sie rentierten mit 2,990 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 29/32 auf 114-12/32 und hatten eine Rendite von 3,692 Prozent.

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