Marktbericht: Börse New York
US-Börsen kräftig im Minus

Neue Sorgen im Zusammenhang mit der Kreditkrise haben den US-Börsen zum Wochenauftakt kräftige Verluste eingebracht. Grund waren Medienberichte über einen möglichen Quartalsverlust bei der Investmentbank Lehman Brothers und über weitere Probleme bei den Hypothekenfinanzieren Fannie Mae und Freddie Mac. Merril Lynch rechnet nun mit einer vorzeitigen Kapitalerhöhung bei Freddie Mac.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss am Montag 1,6 Prozent tiefer auf 11 479 Punkten. Im Verlauf pendelte er zwischen 11 434 und 11 690 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 ging 1,5 Prozent leichter auf 1278 Zählern aus dem Handel. Der Technologie-Index Nasdaq gab ebenso 1,5 Prozent auf 2416 Punkte nach. In Frankfurt schloss der Dax 0,2 Prozent im Minus auf 6432 Zählern.

Die Titel des Hypotheken-Giganten Fannie Mae gaben über 22 Prozent nach, die von Freddie Mac gar knapp 25 Prozent. Die Zeitschrift "Barron's" berichtete, es sei zunehmend wahrscheinlich, dass das Kapital der Firmen mit Steuergeldern aufgestockt werden müsse. Eine Bekräftigung des US-Finanzministeriums, es habe keine Absicht den Unternehmen unter die Arme zu greifen, stoppte den steilen Abwärtstrend der Papiere nicht.

Die Aktien von Freddie Mac belastete zusätzlich die Einschätzung eines Merrill-Lynch-Analysten, demzufolge das Unternehmen möglicherweise schon im dritten Quartal dieses Jahres eine Kapitalerhöhung von 5,5 Mrd. Dollar vornehmen müsse anstatt erst im zweiten Quartal 2009.

"Die Investoren versuchen, die Häuser- und Kreditkrise hinter sich zu lassen", sagte Paul Nolte von Hinsdale Associates in Illinois. Aber jedes Mal wenn derartige Nachrichten kämen, müssten sie wieder umdenken.

Die Aktie von Lehman Brothers verlor bis zum Handelsschluss sieben Prozent, nachdem das "Wall Street Journal" berichtet hatte, einige Analysten rechneten mit einem Quartalsverlust von mindestens 1,8 Mrd. Dollar. Dem Bericht zufolge könnte die Bank zu einer weiteren Kapitalerhöhung gezwungen sein. Auch die Papiere der Bank of America lag 4,6 Prozent im Minus, die der größten US-Bank Citigroup gar fünf Prozent.

Eine Ausnahme bildeten dagegen die Titel der kalifornischen Bank Union-Ban-Cal: Mit einem Kurssprung von über elf Prozent gehörten sie zu den größten Gewinnern, weil das japanische Institut UFJ Financial sein Übernahmeangebot auf 3,5 Mrd. Dollar erhöhte.

Kräftig Feder lassen musste dagegen das US-Pharmaunternehmen Amylin Pharmaceuticals: Die Aktie fiel 13 Prozent, nachdem die US-Gesundheitsbehörde FDA das Unternehmen nach zwei Todesfällen bei Diabetes-Patienten zu klareren Angaben auf der Verpackung des Medikaments Byetta aufgefordert hatte.

Die Aktien des Computerspiel-Herstellers Take-Two fielen um 4,4 Prozent, nachdem der Rivale Electronic Arts angekündigt hatte, sein Übernahmeangebot auslaufen zu lassen. Im Nasdaq verbuchte außerdem der Internetkonzern Google Verluste, die Aktie fiel um 2,3 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,98 Mrd. Aktien den Besitzer. 888 Werte legten zu, 2228 gaben nach und 102 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,65 Mrd. Aktien 880 im Plus, 1935 im Minus und 128 unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 9/32 auf 101-17/32. Sie rentierten mit 3,812 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 18/32 auf 101-01/32 und hatten eine Rendite von 4,436 Prozent.

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