Marktbericht: Börse New York
US-Börsen leiden unter Konjunkturdaten

Weitere Zweifel an eine schnellen Erholung der US-Wirtschaft haben die Aktienmärkte in New York am Donnerstag deutlich mit Verlusten schließen lassen. Für schlechte Stimmung sorgten besonders Arbeitsmarktdaten und eine Herabstufung der Bonitätsnote Großbritanniens. Verloren haben besonders die Aktien der Industriegiganten.

HB NEW YORK. Zweifel an einer schnellen Erholung der US-Wirtschaft haben die Aktienmärkte in New York am Donnerstag ins Minus gezogen. Für schlechte Stimmung sorgten vor allem Daten vom Arbeitsmarkt. Die Zahl der US-Bürger, die länger Arbeitslosenhilfe beziehen, stieg auf ein Rekordhoch. Zudem signalisierte der stark beachtete Konjunkturindex der Federal Reserve Bank von Philadelphia eine weiter nachlassende Geschäftstätigkeit und enttäuschte damit die Investoren. Auf dem Markt lastete aber auch die drohende Herabstufung der Bonitätsnote Großbritanniens. Dies sei ziemlich negativ aufgenommen worden, sagte Rick Meckler, Präsident der Investmentfirma LibertyView Capital Management.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Handelsverlauf zwischen einem Hoch von 8416 und einem Tief von 8221 Punkten. Er schloss mit einem Minus von 1,5 Prozent bei 8292 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 1,7 Prozent auf 888 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 1,9 Prozent auf 1695 Stellen nach. In Frankfurt fiel der Dax um 2,7 Prozent auf 4900 Punkte und konnte damit die erst am Vorabend erstmals seit Januar wieder überwundene 5000-Punkte-Marke nicht verteidigen.

Obwohl die Anzahl der US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe zum dritten Mal binnen vier Wochen rückläufig war, zeigten sich die Börsianer von der Zahl der US-Bürger, die längerfristig Arbeitslosenhilfe beziehen, ernüchtert. Nach offiziellen Daten waren in der Woche zum 9. Mai mehr als 6,6 Mio. Menschen auf diese Unterstützung angewiesen. Dies versetzte Konjunkturoptimisten einen Dämpfer.

Die Ratingagentur Standard & Poor's senkte den Ausblick für Großbritannien von „stabil“ auf „negativ“ - zum ersten Mal seit den 80er Jahren. Viele Börsianer befürchten, dass dies angesichts der hohen Ausgaben und niedrigen Steuereinnahmen der Regierungen noch weiteren Ländern passieren könnte. Für Unbehagen sorgten zudem noch immer die Aussagen der Fed vom Vorabend, die sich pessimistischer zur wirtschaftlichen Entwicklung in diesem Jahr zeigte.

„Nur die Zeit kann zeigen, wann aus Stabilisierung Wachstum wird“, sagte Dan Greenhaus, Markt-Analyst bei Miller Tabak & Co. „Es gibt aber reichlich Gegenwind, der sich einem Aufschwung entgegenstellt.“

Zu den größten Verlierern auf dem Parkett gehörten Titel der Industrieriesen: United Technologies-Papiere verloren 1,9 Prozent, die von Boeing 2,9 Prozent. Die Anleger trennten sich auch verstärkt von Technologiewerten. So gaben Microsoft-Anteilsscheine um 2,8 Prozent nach. Das billigere Öl belastete zudem die Aktien zahlreicher Energiekonzerne. Exxon-Titel verloren 1,8 Prozent. Ein Fass US-Leichtöl verbilligte sich um 1,4 Prozent auf 61,17 Dollar.

Die Titel von General Motors schossen kurz nach Ablauf der Gebotsfrist für die deutsche Tochter Opel entgegen dem allgemeinen Trend mehr als 32 Prozent nach oben. GM einigte sich mit der Gewerkschaft UAW auf Vertragsänderungen sowie auf eine Umstrukturierung von Schulden.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,4 Mrd. Aktien den Besitzer. 809 Werte legten zu, 2213 gaben nach und 104 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 2,3 Mrd. Aktien 779 Titel im Plus, 1912 im Minus und 120 unverändert.

Die zehnjährigen Staatsanleihen gaben im späten Handel auf 97-29/32 Punkte nach. Sie rentierten mit 3,3738 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren auf 98-19/32 Zähler. Dabei ergab sich eine Rendite von 4,3342 Prozent.

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