Marktbericht Börse New York
US-Börsen machen Sprung nach oben

Die Verstaatlichung der schwer angeschlagenen US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac hat den US-Börsen zu einem Sprung nach oben verholfen. Anleger spekulierten, dass sich mit diesem Schritt die Lage in der US-Immobilienbranche und an den Kreditmärkten stabilisieren könnte. Das gab vor allem Finanztiteln einigen Auftrieb.

HB NEW YORK. Die Aktienkurse von Fannie Mae und Freddie Mac brachen dagegen um bis zu 90 Prozent ein. Anleger fürchteten, nunmehr völlig wertlose Papiere in ihren Depots zu halten.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 2,6 Prozent höher bei 11 510 Punkten, nachdem er im Handelsverlauf zwischen 11 224 und 11 570 Zählern gependelt war. Der breiter gefasste S&P-500-Index legte 2,1 Prozent auf 1 267 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq beendete den Handel 0,6 Prozent höher bei 2 269 Punkten.

Auch an anderen Aktienmärkten rund um den Globus hatte die staatliche Hilfe für die beiden größten US-Hypothekenfinanzierer für teils kräftige Kursgewinne gesorgt. Die Leitindizes an den wichtigsten Börsen legten zwischen drei und fünf Prozent zu.

Zu den Gewinnern zählten die Anteilsscheine der Bank of America mit einem Plus von 7,8 Prozent, während die Papiere der größten US-Bank Citigroup 6,6 Prozent zulegten. Leicht im Plus waren die Aktien des Marlboro-Herstellers Altria, nachdem er die Übernahme seines US-Konkurrenten UST für 11,7 Mrd. Dollar bekanntgegeben hatte. Der US-Tabak- und Lebensmittelkonzern will durch die Transaktion bis 2011 insgesamt 250 Mill. Dollar einsparen. Die Altria-Aktie schloss 0,1 Prozent im Plus.

Zu den Verlierern zählte die angeschlagene US-Investmentbank Lehman Brothers. Der US-Sender CNBC berichtete, das Institut spreche mit Interessenten über den Verkauf seiner Vermögensverwaltungstochter Neuberger Berman. Analysten schätzen den Wert von Neuberger auf sieben bis acht Mrd. Dollar. Börsianer bewerteten den Bericht als weiteres Anzeichen dafür, dass Lehman dringend Kapital benötigt. Die Lehman-Aktie brach zeitweise etwa zwanzig Prozent ein und schloss 12,7 Prozent im Minus. Ein Sprecher der Bank lehnte einen Kommentar zu dem CNBC-Bericht ab. Fannie-Mae-Aktien brachen knapp 90 Prozent auf 0,73 Dollar ein, Freddie-Mac-Papiere schlossen 82,75 Prozent tiefer bei 0,88 Dollar. Ähnlich starke Verluste verzeichneten zeitweise die Anteilsscheine der United-Airlines-Mutter UAL, bevor sie zeitweise vom Handel ausgesetzt wurden. Die Zeitung „Sun-Sentinel“ hatte offensichtlich fälschlicherweise einen sechs Jahre alten Artikel der „Chicago Tribune“ auf ihrer Internetseite veröffentlicht, wonach UAL vor einem Bankrott steht. UAL wies den Zeitungsbericht als „unwahr“ zurück. Dennoch schlossen die Papiere 11,2 Prozent im Minus.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,69 Mrd. Aktien den Besitzer. 2021 Werte legten zu, 1094 gaben nach und 85 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,6 Mrd. Aktien 1 672 im Plus, 1105 im Minus und 126 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 10/32 auf 102-23/32. Sie rentierten mit 3,669 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 26/32 auf 103-31/32 und hatten eine Rendite von 4,263 Prozent.

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