Marktbericht: Börse New York
US-Börsen missglückt der Wochenstart

Nach anfänglichen Gewinnen haben die US-Börsen zu Wochenbeginn schwächer geschlossen. Erneut haben Unsicherheiten über weitere schwere Belastungen im Zuge der Kreditkrise die Aktienmärkte belastet. Speziell die Papiere der ins Trudeln geratenen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac fuhren nach starkem Auftakt deutliche Verluste ein.

HB NEW YORK. Anleger befürchteten vor allem, dass die Regierungshilfen für die Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac nicht ausreichen würden, um dem Ausmaß der Finanzkrise gerecht zu werden. Folglich gaben vor allem Bankenaktien nach. Auch die 52-Milliarden-Dollar-Übernahme des US-Brauers Anheuser-Busch durch seinen belgischen Konkurrenten InBev konnte nicht nachhaltig für gute Stimmung sorgen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,41 Prozent schwächer mit 11 055 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor ebenfalls 0,9 Prozent auf 1 228 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank um 1,17 Prozent auf 2 212 Punkte.

Freddie-Papiere verloren mehr als acht Prozent, nachdem sie kurz nach Handelsstart noch 15 Prozent in die Höhe geschossen waren. Fannie-Aktien gaben nach einem ebenfalls starken Auftakt rund fünf Prozent nach. Regierung und Notenbank haben den wegen der Kreditkrise schwer angeschlagenen, halbstaatlichen Konzernen umfangreiche Hilfe zugesagt. Washington kündigte unter anderem an, vorübergehend den staatlichen Kreditrahmen für die beiden Branchenführer von derzeit 2,25 Mrd. Dollar anzuheben. Die Notenbank bot Fannie und Freddie zudem erleichterten Zugang zu Krediten an. Nicht alle Experten begrüßten den Schritt. „Ich meine, es ist nicht schön zu wissen, dass die Regierung unorthodoxe Maßnahmen ergreift, um die Märkte zu beruhigen und unter den Investoren Vertrauen zu verbreiten“, sagte Kenny Knight, Analyst von Knight Equity Markets. Auch andere Finanzwerte verbuchten Verluste, vor allem die Aktien von Washington Mutual. Der größten US-Sparkasse drohen nach Einschätzung eines Lehman-Brothers-Analysten Belastungen in Höhe von 26 Mrd. Dollar. Die Aktie gab fast 35 Prozent nach. Auch die Papiere von Lehman Brothers gaben mehr als 14 Prozent nach. Einem Zeitungsbericht zufolge erwägt die wegen der Kreditkrise angeschlagene US-Investmentbank eine strategische Allianz mit einem Partner, eine Art Aktienrückkaufprogramm oder den Verkauf eines Vermögenswerts.

Der Beck's-Brauer InBev übernimmt Anheuser-Busch und wird damit weltgrößter Bierkonzern. Nach einmonatigem Abwehrkampf stimmte die Anheuser-Führung einem verbesserten Angebot von 52 Mrd. Dollar oder 70 Dollar pro Aktie zu. Es ist die größte Übernahme in der Brauereigeschichte. Anheuser-Bush-Papiere legten 0,56 Prozent auf 66,87 Dollar zu. Die Papiere waren bereits in den Vortagen teils kräftig gestiegen. Im Technologiesektor legten Apple-Aktien 0,75 Prozent zu. Der Computer- und Unterhaltungskonzern hatte sein neues iPhone am ersten Verkaufswochenende eine Million Mal verkauft.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,41 Mrd. Aktien den Besitzer. 810 Werte legten zu, 2 405 gaben nach und 43 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,05 Mrd. Aktien 824 im Plus, 2036 im Minus und 117 unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 29/32 auf 100-4/32. Sie rentierten mit 3,859 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 51/32 auf 98-26/32 und hatten eine Rendite von 4,446 Prozent.

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