Marktbericht: Börse New York
US-Börsen schließen am Lehman-Jahrestag fest

Dank guter Konjunkturdaten und höheren Industriewerten sind die US-Börsen am Dienstag mit Gewinnen aus dem Handel gegangen. Die jüngsten Daten des Elektronikhändlers Best Buy und der Supermarktkette Kroger schürten jedoch wieder alte Sorgen.

HB NEW YORK. Am Jahrestag des Zusammenbruchs der US-Investmentbank Lehman Brothers bestärkte ein robuster Einzelhandelsumsatz die Anleger in ihrem Glauben an eine zügige wirtschaftliche Erholung. Die Erlöse waren im August dank der staatlichen Abwrackprämie so stark gestiegen wie seit dreieinhalb Jahren nicht mehr. Zudem beflügelten höhere Metallpreise den Industriesektor.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Plus von 0,6 Prozent auf 9683 Punkten. Im Verlauf pendelte er zwischen 9580 und 9713 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um 0,3 Prozent auf 1052 Zähler. Es war das erste Mal seit Anfang Oktober, dass der Index die Marke von 1050 Punkten übertraf. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,5 Prozent auf 2102 Punkte. In Frankfurt ging der Dax mit einem Plus von 0,2 Prozent auf 5629 Stellen aus dem Handel.

Die höheren Metallpreise verhalfen vor allem dem Aluminiumhersteller Alcoa und dem Stahlkonzern US Steel zu Aufschlägen. Auch General Electric gehörten zu den Gewinnern, nachdem Analysten von Bernstein Research ihre Erwartungen für die Kursentwicklung des Papiers nach oben setzten. Die Aktie erhöhte sich um mehr als vier Prozent. Auch die Aktien des Online-Auktionshauses eBay gewannen und legten nach einer Kaufempfehlung 1,3 Prozent zu.

Die unerwartet schwachen Bilanzen des Elektronikhändlers Best Buy und der Supermarktkette Kroger lösten allerdings Sorgen aus, die Erholung der US-Wirtschaft sei noch nicht nachhaltig. "Es gibt widersprüchliche Meldungen", fasste Analyst Kevin Kruszenski die unterschiedlichen Signale aus der Wirtschaft zusammen. Best Buy fahre zwar weniger Gewinn ein, mache aber Hoffnungen mit einem überraschend positiven Ausblick. Dann enttäusche aber wieder Kroger mit seinen Quartalszahlen. "Da draußen ist immer noch ein Minenfeld", sagte Kruszenski.

Die Aktien von Best Buy verloren gut fünf Prozent. Kroger brachen sogar um mehr als sieben Prozent ein. Damit konnten die beiden Unternehmen nicht von den Umsatzsteigerungen ihrer Branche profitieren. Die Erlöse im US-Einzelhandel sprangen im August um 2,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat, während von Reuters befragte Analysten lediglich einen Anstieg um 2,0 Prozent erwartet hatten.

Auch die steigende Ausfallrate bei Kreditkartenschulden beunruhigte die Branche. "Jeder glaubt, dass wir aufgrund des Aufschwungs und der staatlichen Abwrackprämie im dritten Quartal wieder zum Wirtschaftswachstum zurückkehren, aber die Konjunktur wird 2010 wegen der höheren Ausfallrate vielleicht wieder schwächer", sagte Analyst Elliot Spar. Die JPMorgan Chase-Aktie fiel um 1,3 Prozent.

Die Aktien der Citigroup gaben nach Berichten über einen geplanten Aktienverkauf durch den Staat rund acht Prozent nach. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte berichtet, derzeit liefen Gespräche mit dem Finanzministerium darüber. Die Regierung hält rund ein Drittel an Citi. Kommen zu viele Aktien der Bank auf den Markt, könnte dies zu einem deutlichen Kursrückgang führen.

An der New Yorker Stock Exchange wechselten rund 1,5 Mrd. Aktien den Besitzer. 2142 Werte legten zu, 893 gaben nach und 84 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,38 Mrd. Aktien 1566 im Plus, 1098 verloren und 143 blieben unverändert. An den US-Kreditmärkten sanken die zehnjährigen Staatsanleihen um 7/32 auf 101-16/32. Sie rentierten mit 3,449 Prozent. Die 30-jährigen Bonds fielen um 16/32 auf 104-03/32 und hatten eine Rendite von 4,261 Prozent.

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