Marktbericht: Börse New York
US-Börsen schließen dank Einzelhandel im Plus

Obwohl die aktuellen Zahlen vom Arbeitsmarkt enttäuschen, haben die US-Börsen nach mehreren schlechten Tagen im Plus geschlossen. Grund dafür sind vor allem die aktuellen Verkaufszahlen der Einzelhändler. Für Wirbel auf dem Parkett sorgten auch der Goldpreis und eine Heraufstufung von Ford.

HB NEW YORK. Getrieben von monatlichen Umsatzzahlen des Einzelhandels haben die US-Aktienmärkte am Donnerstag mit Gewinnen geschlossen. Die überraschend guten Verkaufszahlen rückten enttäuschende Daten vom Arbeitsmarkt und aus der Dienstleistungsbranche in den Hintergrund. Kurz vor Handelsschluss verlieh die Heraufstufung von Ford durch die Ratingagentur Moody's weiteren Auftrieb.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging mit einem Plus von 0,69 Prozent bei 9344 Punkten aus dem Handel. Im Verlauf pendelte er zwischen 9282 und 9350 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 0,85 Prozent auf 1003 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 0,82 Prozent auf 1983 Punkte zu. In Frankfurt ging der Dax den vierten Tag in Folge mit Verlusten aus dem Handel und tendierte 0,4 tiefer bei 5301 Stellen.

Die August-Verkaufszahlen großer Einzelhändler sorgten an der Wall Street für Erleichterung. Costco Wholesale und Target wiesen beide höhere Umsätze als erwartet aus. Die Costco-Titel kletterten um fast neun Prozent, geholfen auch von einer Heraufstufung durch JP Morgan. Target-Papiere verteuerten sich um 1,7 Prozent.

Von dem weiter steigenden Goldpreis profitierten Rohstoff-Firmen. Die Aktien der Newmont Mining Corp legten 4,5 Prozent zu, die von Freeport Copper-McMoRan & Gold 4,3 Prozent. Die Feinunze des Edelmetalls legte in der Spitze auf 992 Dollar zu und war damit so teuer wie seit Ende Februar nicht mehr.

Zu den größten Gewinnern gehörten in der letzten Handelsstunde die Papiere von Ford. Die Ratingagentur Moody's erhöhte ihre Bewertung des Autobauers. Die Zeiten der größten Risiken bei Fords Restrukturierung seien vorbei, begründete die Agentur ihre Entscheidung. Die Aktien schossen daraufhin 6,4 Prozent in die Höhe.

Auf die Stimmung drückten hingegen die wöchentlichen Arbeitslosenzahlen. In der vergangenen Woche stellten 570 000 Menschen einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe, Analysten hatten mit 10 000 weniger gerechnet. Auch die Daten zu den Langzeitarbeitlosen lagen über den Prognosen. Zudem stieg der an den Finanzmärkten viel beachtete Service-Index des Institute for Supply Management (ISM) auf 48,4 von 46,4 Zählern im Juli. Damit erreichte der Index zwar seinen höchsten Stand seit knapp einem Jahr, signalisierte mit einem Stand unter 50 Punkten jedoch weiterhin ein Schrumpfen der Branche.

Auf Unternehmensseite mussten die Aktien des Softwareherstellers Oracle Federn lassen, die um ein Prozent nachgaben. Die EU-Kommission teilte mit, die geplante Fusion des SAP-Konkurrenten mit Sun Microsystems länger zu prüfen. Die Papiere von Sun gaben 1,8 Prozent nach.

Manche Anleger hielten sich zurück, weil sie sich vom monatlichen Arbeitsmarktbericht der Regierung am Freitag mehr Aufschluss über den Verlauf der Konjunktur erhofften. "Jeder wird hier bis dahin wahrscheinlich die Luft anhalten", sagte Phil Orlando von Federal Investors. An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,16 Mrd. Aktien den Besitzer. 2325 Werte legten zu, 688 gaben nach und 89 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,86 Mrd. Aktien 1781 im Plus, 854 im Minus und 134 unverändert. An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 9/32 auf 102-12/32. Sie rentierten mit 3,34 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gaben 21/32 auf 105-25/32 nach und hatten eine Rendite von 4,16 Prozent.

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