Marktbericht: Börse New York
US-Börsen schließen erneut tief im Minus

Allen Bemühungen der Fed zum Trotz: Nach anfänglichen Gewinnen rutschten die US-Börsen im Verlauf des Dienstags immer weiter ins Minus und schlossen erneut tiefrot. Besonders kräftig abgestraft wurde der Branchenriese Bank of America, der mit einem drastischen Gewinnrückgang als unliebsamer Vorbote der Bilanzsaison galt.

HB NEW YORK. Im Sog der Finanztitel haben die US-Börsen ihre Talfahrt fortgesetzt. Ungewöhnliche Finanzhilfen der US-Notenbank Fed konnten die Sorgen der Händler um die US-Wirtschaft am Dienstag nicht zerstreuen. Auch ein Signal von Fed-Chef Ben Bernanke für eine Zinssenkung brachte auf dem Parkett keine Erleichterung, weil an den Märkten damit ohnehin gerechnet wurde. Da Bernanke aber vor immer größeren Konjunkturrisiken warnte, bauten die Börsenbarometer ihre Verluste noch deutlich aus.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Handelsverlauf zwischen einem Hoch von 10 124 und einem Tief von 9436 Punkten. Er schloss mit einem Minus von 5,1 Prozent bei 9447 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab 5,7 Prozent auf 996 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank um 5,8 Prozent auf 1754 Stellen. Der Dax baute zum Ende des Xetra-Handels seinen gut siebenprozentigen Vortagesverlust um 1,1 Prozent auf 5326,63 Punkte aus.

Die US-Indizes stellten neue Negativrekorde auf: Der Dow Jones verlor in den vergangenen fünf Handelstagen mehr als 1400 Punkte. Das ist soviel wie noch nie in einer vergleichbaren Zeitspanne. Der S&P verlor in derselben Zeit 14,6 Prozent an Wert, soviel in fünf Tagen wie seit dem Börsencrash von 1987 nicht mehr. Zum ersten Mal seit September 2003 notierte er zudem unter der Marke von 1000 Punkten.

Bernanke sagte, die Fed müsse abwägen, ob die gegenwärtige Haltung der Geldpolitik angemessen bleibe. Der Ausblick für das US-Wachstum habe sich verschlechtert und der Inflationsausblick verbessert. Börsianer sind mittlerweile fest davon überzeugt, dass die Fed spätestens bei ihrer Sitzung am Monatsende die Zinsen senkt. Die Fed will zudem künftig auch sogenannte Commercial Papers, unbesicherte kurzfristige Anleihen, kaufen. Die Papiere gelten als Mitauslöser der aktuellen Turbulenzen, Ihre Märkte sind inzwischen weitgehend zusammengebrochen. Der jüngste Schritt der US-Notenbank zur Liquiditätsversorgung der kriselnden Geldmärkte ist dramatisch, da Zentralbanken normalerweise nur gut besicherte Wertpapiere akzeptieren. Davon profitierten zunächst Industrieriesen wie Caterpillar, 3M und der Mischkonzern General Electric, aber auch sie notierten später drastisch im Minus. Caterpillar verloren 3,8 Prozent auf 47,33 Dollar zu, 3M gaben 4,8 Prozent auf 59,97 Dollar nach und GE sanken um 5,1 Prozent auf 20,30 Dollar.

Seite 1:

US-Börsen schließen erneut tief im Minus

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%