Marktbericht: Börse New York
US-Börsen schließen im Minus

Schwache Konjunkturdaten haben dem Enthusiasmus der Anleger an der Wall Street am Dienstag einen Dämpfer verpasst. Der US-Häuserbau kommt nicht so deutlich in Fahrt wie von Börsianern erhofft und stellte damit allzu rosige Erholungsszenarien in Frage.

HB NEW YORK. Deshalb überlagerten die neuen Konjunktursorgen die überaus positiven Geschäftsberichte von Apple, Caterpillar und weiteren Firmen. Auf der Stimmung lastete zudem der Ölpreis, der erstmals seit acht Tagen nachgab. Die Sorte WTI wurde mit 79,09 Dollar gehandelt.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,5 Prozent tiefer bei 10 041 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte er dabei zwischen 9992 und 10 098 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 gab 0,6 Prozent auf 1091 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq notierte bei 2163 Punkten ebenfalls 0,6 Prozent tiefer. Auch in Frankfurt legte der Dax eine Verschnaufpause ein und schloss 0,7 Prozent tiefer bei 5811 Punkten.

Die Zahlen vom Häusermarkt beunruhigten die Börsianer. Vor allem die Baubeginne von Mehrfamilienhäusern gaben zuletzt deutlich nach. Insgesamt stieg die Zahl der Wohnbaubeginne im September um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat auf eine Jahresrate von 590 000. Volkswirte hatten mit einem Anstieg auf 610 000 gerechnet. „Das ist kein gutes Vorzeichen“, erklärte Analyst Dan Cook von IG Markets in Chicago. „Der Wohnungsbau ist natürlich extrem wichtig.“

Der Technologiegigant Apple übertraf im Sommer dank des Ansturms auf seine Mac-Computer und iPhone-Handys erneut alle Erwartungen - Experten sprachen von „phänomenalen“ Ergebnissen. Deshalb sprangen die Aktien um 4,7 Prozent auf 198 Dollar.

Für gute Stimmung sorgte auch der Baggerhersteller Caterpillar mit einem unerwartet hohen Gewinn im vergangenen Quartal sowie einer Erhöhung seiner Geschäftsprognosen. Der Konzern erklärte, bereits für den Aufschwung zu planen und sprach von ermutigenden Zeichen, dass eine Erholung auf dem Weg sei. Die Börse honorierte die wachsende Zuversicht mit einem Kursanstieg von drei Prozent.

Pfizer übertraf mit seinem Quartalsgewinn ebenfalls die Erwartungen an der Wall Street. Die Aktien des Pharmariesen profitierten davon allerdings nicht und notierten 0,3 Prozent tiefer. Auch der Chemiekonzern DuPont schlug sich in der Wirtschaftskrise unter anderem dank massiver Sparanstrengungen besser als erwartet. Die Chemiebranche gilt als Frühindikator für die allgemeine Wirtschaftsentwicklung, da sie nahezu alle Wirtschaftszweige mit ihren Produkten beliefert. Bei Anlegern kamen die DuPont-Ergebnisse dennoch nicht so gut an: Die Aktie büßte 2,2 Prozent ein.

Bergab ging es auch mit den Anteilscheinen von Coca-Cola, die um 1,3 Prozent nachgaben. Der Getränkekonzern übertraf beim bereinigten Gewinn pro Aktie die Analystenerwartung nur minimal.

Deutlich Federn lassen musste zudem die Aktie des Flugzeugbauers Boeing. Die Anteilsscheine des Airbus-Konkurrenten gaben nach einer Herabstufung durch Morgan Stanley 2,9 Prozent nach.

Um 21,3 Prozent auf 13,51 Dollar verteuerten sich dagegen die Papiere der MPS Group. Der Personvermittler steht auf der Einkaufsliste seines Schweizer Konkurrenten Adecco SA, der für die Übernahme rund 1,3 Mrd. Dollar auf den Tisch legen will.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,24 Mrd. Aktien den Besitzer. 1051 Werte legten zu, 1996 gaben nach und 81 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,11 Mrd. Aktien 726 im Plus, 1965 im Minus und 113 unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen auf 102-10/32. Sie rentierten mit 3,344 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten auf 105-21/32 und hatten eine Rendite von 4,166 Prozent.

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