Marktbericht: Börse New York
US-Börsen schließen im Plus

Die Aussicht auf ein Staatsprogramm zur Rettung des US-Finanzsystems hat den Börsen in New York am Freitag deutliche Gewinne beschert. Positives gab es nicht nur von den Bankentiteln zu vermelden.

HB NEW YORK. Investoren waren optimistisch, dass die geplante staatliche Abwicklungsbehörde mit der Übernahme fauler Kredite die chronischen Probleme der Finanzbranche lösen kann. Vor allem die zuletzt arg gebeutelten Bankentitel legten deutlich zu. Auch ein Verbot von Leerverkäufen trug zur Stabilisierung der Märkte bei. Positive Nachrichten gab es darüber hinaus aus dem Technologie-Sektor.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 3,4 Prozent im Plus bei 11.388 Punkten. Im Tagesverlauf pendelte er zwischen 11.483 und 11.027 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500 legte vier Prozent auf 1254 Stellen zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte 3,4 Prozent auf 2273 Punkte. Im Wochenverlauf verlor der Dow 0,3 Prozent, der S&P gewann 0,1 Prozent und der Nasdaq legte 0,6 Prozent zu. In Frankfurt sorgten die positiven US-Nachrichten wie an fast allen Börsen rund um den Globus für ein Kursfeuerwerk. Der Dax schoss 5,6 Prozent nach oben auf 6189 Punkte.

Die Börse in New York setzte unterdessen ihren Aufwärtstrend fort, der am Donnerstagnachmittag nach ersten Gerüchten über ein staatliches Rettungspaket begonnen hatte. US-Finanzminister Henry Paulson und Notenbank-Chef Ben Bernanke wollen am Wochenende mit dem Kongress einen Plan zur Schaffung einer staatlichen Abwicklungsbehörde erarbeiten, die faule Kredite übernimmt. In einem ersten Schritt kündigte Paulson eine Einlagensicherung über 50 Milliarden Dollar für Geldmarkfonds an. „Die Behörden gehen jetzt das systematische Risiko an, statt weiter mit kurzfristigen Aktionen zu reagieren“, lobte Weston Boone von Stifel Nicolaus Capital Markets.

Besonders die zuletzt gebeutelten Finanzwerte legten deutlich zu. Bank of America, das zweitgrößte Institut des Landes, gewann 22,6 Prozent. Die Nummer drei JP Morgan stieg um 16,8 Prozent. Der vielbeachtete, Finanzsektor-Fonds SPDR kletterte um über zehn Prozent nach oben. Die Aktie der angeschlagenen US-Sparkasse Washington Mutual schoss sogar um 42,1 Prozent in die Höhe. Das „Wall Street Journal“ hatte berichtet, die Citigroup erwäge ein Gebot für die größte US-Sparkasse. Die Papiere der Citigroup, der größten Bank des Landes, lagen 22,7 Prozent im Plus.

Trotz der Rekordgewinne vom Donnerstag, als Dow und S&P den höchsten Tagesgewinn seit sechs Jahren verzeichneten, und des freundlichen Wochenausklangs am Freitag gab es auch skeptische Stimmen. „Die Menschen sind gespannt, wie es weitergeht. Sie warten darauf, bis sich der aufgewirbelte Staub legt“, sagte Ray Rund von Shaker Investments. „Der Teufel steckt im Detail“, warnte er mit Blick auf das geplante Hilfsprogramm. Auch Bank of America-Chef Kenneth Lewis mahnte, die Wirtschaft werde bis ins nächstes Jahr hinein flau bleiben.

An der Wall Street dominierte jedoch der Optimismus. Dafür verantwortlich war auch das Verbots von Leerkäufen, das zunächst bis zum 2. Oktober gilt. „Das Verbot für Leerverkäufe wirkt sich direkt auf den Markt aus. Das sollte den Markt beruhigen“, sagte Paul Mendelsohn von Windham Financial Services. Die Behörden würde damit Zeit schinden, bis die Einzelheiten des Paulson-Plans bekannt seien.

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