Marktbericht: Börse New York
US-Börsen schließen mit deutlichen Verlusten

Enttäuschende Daten vom Immobilienmarkt, wieder anziehende Ölnotierungen und schwache Quartalszahlen von Ford haben die Märkte an der Wall Street am Donnerstag deutlich einknicken lassen. Auch die Quartalszahlen anderer US-Konzerne enttäuschten. Händler spekulieren, ob die Hoffnung auf ein Ende der Krise in den vergangenen Tage verfrüht war.

HB NEW YORK. Der US-Autokonzern Ford fuhr fast neun Mrd. Dollar Verlust ein. Anlass zu Sorgen gaben auch Daten der US-Immobilienmakler, wonach die US-Amerikaner im Juni so wenig bestehende Eigenheime wie seit zehn Jahren nicht mehr kauften. Auch die Talfahrt am Ölmarkt, die die Kurse zuletzt angetrieben hatte, erreichte ihr vorläufiges Ende: Der Ölpreis legte rund ein Prozent zu und notierte bei knapp 126 Dollar je Barrel (159 Liter).

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss nahezu auf Tagestief 2,4 Prozent schwächer bei 11 349 Punkten, nachdem er im Verlauf zwischen 11 345 und 11 634 Zählern gependelt war. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 2,3 Prozent auf 1252 Zähler. Der Technologie-Index Nasdaq beendete den Handel bei 2280 Punkten und damit knapp zwei Prozent schwächer.

Weil die US-Bürger wegen der hohen Benzinpreise kaum noch spritschluckende Geländewagen kaufen, fuhr Ford im Frühjahr überraschend einen Verlust von 8,7 Mrd. Dollar ein. Die Anleger waren entsetzt, die Ford-Aktie fiel 15 Prozent.

Auch der Chemiekonzern Dow Chemical enttäuschte. Das Unternehmen kämpft trotz deutlicher Preiserhöhungen mit einer rasanten Verteuerung von Energie und Rohstoffen. Der Gewinn sank deshalb unerwartet deutlich, die Aktie büßte 3,3 Prozent ein.

Dass in den USA im Juni wieder weniger bestehende Eigenheime verkauft wurden, belastete die Aktien der angeschlagenen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac. Beide Werte gaben knapp 20 Prozent nach. Verluste verzeichneten auch die Schwergewichte Boeing, McDonald's und AT&T. Eine Reihe von Analysten hatten ihre Bewertung für die drei Papiere herabgestuft. Die Aktie von Boeing fiel 6,3 Prozent, McDonald's 2,1 und AT&T 4,1 Prozent.

Der weltgrößte Online-Buchhändler Amazon hat dagegen dank eines Sparten-Verkaufs und einer kräftigen Nachfrage seinen Gewinn im zweiten Quartal mehr als verdoppelt. Damit übertraf der Konzern die Erwartungen der Analysten deutlich, seine Aktie schoss um 11,6 Prozent in die Höhe.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,64 Mrd. Aktien den Besitzer. 605 Werte legten zu, 2562 gaben nach und 59 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,54 Mrd. Aktien 867 im Plus, 1930 im Minus und 119 unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 26/32 auf 98-27/32. Sie rentierten mit 4,016 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 28/32 auf 96-03/32 und hatten eine Rendite von 4,618 Prozent.

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